Buchvorstellung und Diskussion zu Kolonialismus und Nationalsozialismus

Dem erfolglosen Bäcker Adolf Haas bot die SS alles, was er wollte: Karriere, Macht, Wohlstand und Affären. Dafür war er zu allem bereit, auch zum Massenmord. Trotz geringer Bildung stieg Adolf Haas seit 1932 rasch in Himmlers erträumter „Elitetruppe” auf. Gewaltbereitschaft und Gehorsam ebneten ihm den Weg von der ländlichen SS im Westerwald bis zu den Terrorstätten des Nazi-Regimes. Als KZ-Kommandant von Niederhagen/Wewelsburg (1940-1943) und Bergen-Belsen (1943-1944) scherte er sich mehr um seine eigenen Vorteile als um Hygiene oder die Versorgung der Häftlinge – dabei hatte er in seiner Jugendzeit als Gefangener ganz gegenteilige Erfahrungen gemacht.

Als junger Marineartillerist war Adolf Haas 1914 in Tsingtau, dem Zentrum der deutschen Kolonie Kiautschou an der Ostküste Chinas, stationiert gewesen. Nach Beginn des Ersten Weltkrieges und der Belagerung durch japanische und britische Truppen verbrachte er mehr als fünf Jahre in japanischer Kriegsgefangenschaft, die längste Zeit davon im Lager Bandō, das für seine humane Behandlung und das bunte Kulturangebot berühmt wurde. Inwieweit prägte die Erfahrung der Kolonialherrschaft über die chinesischen Einheimischen in Tsingtau und die Jahre der Gefangenschaft den späteren Werdegang und Charakter des KZ-Kommandanten Adolf Haas? Über diese Frage wird am 24. November in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin diskutiert.

Datum: 24. November 2019, 11.00 bis 13.00 Uhr

Ort: Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Am Großen Wannsee 56 – 58, 14109 Berlin

Informationen

Anmeldung unter: veranstaltungen@ghwk.de

Termin: 
24.11.2019 11:00 - 13:00