Gesellschaft für politische Aufklärung (GfpA)

Die Gesellschaft für politische Aufklärung (GfpA) hat sich die Förderung der Qualität der österreichischen Demokratie zum Ziel gesetzt. Sie versteht sich vor allem als Plattform gegen Rechtsextremismus, engagiert sich für Solidarität und Verantwortung im politischen, sozialen und kulturellen Bereich sowie für eine höhere Sensibilität gegenüber Alltagsrassismus, Verletzungen von Menschenrechten und Diskriminierung sozialer Gruppen.
In der GfpA sind Personen unterschiedlicher politischer Orientierung verbunden, die Österreichs Demokratie als Antwort auf die Irrwege des 20.Jahrhunderts, insbesondere auf den Nationalsozialismus sehen. Ihre Mitglieder haben sich in unterschiedlicher Form beruflich profiliert – in der Publizistik oder in der Wissenschaft, in der Politik oder in der Verwaltung, im Bildungswesen oder in Kunst und Kultur.

Die Gesellschaft für Politische Aufklärung hält Österreichs Demokratie für stabil genug, um sie nicht für gefährdet zu sehen – weder von PolitikerInnen, die den Nationalsozialismus verharmlosen, noch von Medien, die den Zweiten Weltkrieg umdeuten, noch von der aktuellen, rassistisch gefärbten Intoleranz gegen „Fremde“. Es geht vielmehr um die demokratische Qualität der österreichischen Gesellschaft und Politik. Die Förderung eines kritischen Umgangs mit österreichischer Geschichte und mit prägenden Mustern österreichischer Politischer Kultur sind, vor dem Hintergrund globaler politischer und sozioökonomischer Veränderungen, dafür Voraussetzung.
Der Aktionsradius der GfpA umfasst ganz Österreich. Kontakte zu Partnerorganisationen und -institutionen im In- und Ausland, mit denen gemeinsam Projekte und Veranstaltungen durchgeführt werden, unterstützen unsere Projekte. Die GfpA versucht, eine Vielfalt an Medien und unterschiedlichste Formen der Vermittlung zu nutzen, um einen möglichst großen Kreis von Personen aller Altersgruppen und aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen anzusprechen - durch Ausstellungen, Workshops, Seminare, wissenschaftliche Projekte, eine jährlich stattfindende Studienfahrt zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und vielfältige Internetaktivitäten – inklusive Newsletter.

Kontakt:
Gesellschaft für politische Aufklärung
Reinhold Gärtner
Institut für Politikwissenschaft
Universität Innsbruck
Universitätsstrasse 15
A-6020 Innsbruck
Tel.: +43-512/ 507-7057
Fax : +43-512/ 507-2849
e-mail: reinhold.gaertner[at]uibk.ac.at

Weitere Artikel

Dokumentationsarchiv für Islamophobie (DFI)

"Zielsetzungen:
Das Anliegen des Dokumentationsarchiv für Islamophobie (kurz DAI) ist es, das Phänomen Islamophobie wahrzunehmen. Dementsprechend geht es dem DAI in seiner Zielsetzung um:

» die Beobachtung von Islamophobie
» die Thematisierung von Islamophobie
» die Aufklärung über Islamophobie
» die Sensibilisierung von Islamophobie

Außenministerin Plassnik formulierte es einst so: „Der Islam ist kein ferner Kontinent. Wir leben mit dem Islam im Alltag aller europäischen Länder. Wir wollen ein vertrauensvolles kooperatives Verhältnis haben.“ (Interview mit dem Standard am 10.03.2006)

Die Tätigkeit des DAI hat zum Ziel, einen Beitrag zu diesem hier angesprochenen harmonischeren Miteinander zwischen allen Bürgerinnen und Bürgern in Österreich zu leisten.

In unserer Gesellschaft herrscht überwiegend ein allgemeiner Konsens darüber, dass Rassismus und Diskriminierung nicht akzeptabel sind und eine Verletzung der Menschenrechte darstellen. In unseren Tagen erhalten Formen der Diskriminierung oft einen „kulturellen“ und „religiösen“ Touch, wie etwa die jährlichen Berichte von ZARA zeigen. Die EUMC hat bereits mehrere Berichte über anti-islamische Reaktionen (v.a. nach Terroranschlägen, die von mutmaßlichen Islamisten durchgeführt wurden) herausgegeben.

Definition
Islamophobie kann als eine unbegründete Angst vor dem Islam oder den MuslimInnen definiert werden. Diese Angst fußt die auf einem vorurteilbehafteten Bild von „dem“ Islam und „den“ MuslimInnen. „Der“ Islam und „die“ MuslimInnen werden dabei als homogisierte Begriffe wahrgenommen, welchen ein Set von Merkmalen und Eigenschaften, auch kulturelle Aspekte, zugeschrieben wird. Dieses Set wird oft im Gegensatz "zum Eigenen" als "das Andere" positioniert und negativ konnotiert und als objektive, festgeschriebene Entität betrachtet. Dabei wird nicht darauf geachtet, dass Identität erst in einem Interaktionsprozess auf mehreren Ebenen (nicht nur auf der Ebene des religiösen Glaubens) entsteht und immer wieder neu ausgehandelt wird.

Islamophobie ist kein neues Phänomen, sondern lediglich eine Erscheinung, die in diesen Tagen eine bedeutendere Stellung in unserer Gesellschaft einnimmt. Nicht erst der Wiener Wahlkampf hat uns die Brisanz dieses Phänomens vor Augen gebracht. MuslimInnen werden hier bei uns nicht nur als Wahlkampfthema instrumentalisiert. Auch Diskriminierungen im Alltag von MuslimInnen sind eine Erfahrung, die oft kein Gehör findet. Islamophobie äußert sich demnach in Vorurteilen, sozialer Ausgrenzung und manchmal sogar in physischen und verbalen Attacken.

Islamophobie ist so gesprochen eine Gefahr für unsere Gesellschaft wie auch Antisemitismus und Homophobie. Da es bis dato noch keine Institution gegeben hat, die sich ausschließlich der spezifischen Problematik der Islamophobie gewidmet hat, haben wir uns entschlossen, uns dieses Projekt zu Herzen zu nehmen.
MuslimInnen/Islam in Österreich
Die Präsenz von MuslimInnen in Österreich reicht bis weit ins 11. Jahrhundert zurück. Dabei war in Österreich die Beziehung mit seinen MuslimInnen sehr unterschiedlich und reicht von kriegerischen Auseinandersetzungen (sog. Türkenkriege) bis hin zu loyaler Eingliederung wie etwa bei den bosniakischen MuslimInnen im K.u.K.-Reich. Heute machen die MuslimInnen mit einer Anzahl von ca. 400.000 Personen die zweitgrößte Religionsgruppe in Österreich aus und werden durch die anerkannte Religionsgemeinschaft "Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich" vertreten.

Islamophobie als neue Herausforderung
Heute machen MuslimInnen einen selbstverständlichen Teil der österreichischen Gesellschaft aus. Sie arbeiten und leben in, mit und für Österreich. Trotz des Beitrags, den muslimische ÖsterreicherInnen für das Leben in Österreich leisten, sind diese in der Öffentlichkeit kaum präsent. Darüber hinaus führt die oft oberflächliche Behandlung und einseitige Darstellung der Religion des Islams zu Vorbehalten und Misstrauen gegenüber den hier ansässigen MuslimInnen.

Diskriminierung am Arbeitsplatz, verbale und schriftliche Angriffe, psychischer Druck und auch Gewalt sind Früchte dieser misslichen Lage. Islamophobie ist der Begriff, der heute neben Begriffen wie Antisemitismus und Homophobie, für die Beschreibung dieser speziellen Ausformung der Xenophobie verwendet wird. Dem Phänomen Islamophobie wird heute v.a. auf EU-Ebene (jährliche Berichte über Islamophobie werden etwa vom EUMC (European Monitoring Center on Racism and Xenophobia) herausgegeben) Beachtung geschenkt.

Gründung
Auch wenn die Intensität von Islamophobie in Österreich weitaus geringer ist als in anderen Mitgliedsstaaten der EU, so ist sie nicht verschwindend klein. Aus diesem Grund war es uns ein Anliegen, eine Einrichtung zu schaffen, die sich genau diesem Phänomen widmet. Ursachen sollen erforscht werden, das Phänomen soll thematisiert werden, um Schritte zur Behandlung dieses destruktiven Phänomens auszuarbeiten.

Das DAI wurde deshalb im Frühjahr 2006 als unabhängige Einrichtung gegründet, um für ein sicheres und gerechtes Österreich zu arbeiten, indem keine Form von Islamophobie Platz hat."

Kontakt:
info(AT)dai.or.at

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands

Das DOEW möchte mit seiner Archiv- und Bibliotheksarbeit eine aktive Gesprächskultur fördern sowie Wissen über die Vergangenheit vermitteln.Dabei werden die Arbeitsbereiche Archiv/ Bibliothek/ Forschung vernetzt.
Das DOEW ist stolz darauf, dass Quellen für die österreichische Zeitgeschichtsforschung meist zügig und unbürokratisch bereitgestellt werden können.

2005 besuchten das DÖW rund 1.000 Interessierte, die pro Person im Schnitt viermal beraten und betreut wurden.

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DOEW)
Altes Rathaus
Wipplingerstr. 6-8
A-1010 Wien
Telefon:
+43-1-22 89 469/319

SALTO

Die EU-Initiative SALTO hat sich insbesondere Rassismusbekämpfung auf ihre Fahnen geschrieben. Dies soll durch Förderung kultureller Vielfalt und Toleranz speziell bei jungen Menschen geschehen. So bietet die Initiative beispielsweise Toleranz-Trainingskurse an und stellt interessierten Lehrern eigene Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.
Kontakt zum britischen Landesbüro:
Connect Youth International
The British Council
10 Spring Gardens
GB-London SW1A 2BN
United Kingdom
Tel.: +44 - 20 - 73 89 40 28
E-mail: diversity{at}salto-youth.net

Verein "Nie Wieder"/ "Nigdy Wiecej"

Seit 1994 veröffentlicht der Verein die gleichnamige Zeitschrift \'NIGDY WIECEJ\' und informiert auf diesem Wege über extremistisch und rassistisch operierende Gruppierungen in Europa. Dabei besteht Zusammenarbeit mit anderen europäischen Magazinen.