Hintergrund

Die Hitler-Debatte. Auf der Suche nach dem Ursprung des Bösen

06.05.2004 - War Hitler ein fanatischer Ideologe, ein reiner Machtpolitiker oder nur ausführendes Organ einer antisemitischen Gesellschaft? Oder darf man diese Frage gar nicht stellen? Oder war Hitler nur "ausführendes Organ", wie Daniel Jonah Goldhagen unterstellte? In seinem Buch "Die Hitler-Debatte. Auf der Suche nach dem Bösen" geht Ron Rosenbaum den unterschiedlichen Erkärungsversuchen für das Phänomen Hitler nach. Stärken liegen dabei in der Beschreibung heute vergessener zeitgenössischer Erklärungsansätze und die lebendige Präsentation zeitgenössischer Autoren durch die Wahl der Interviewform. Die zentrale Schwäche ist die mangelnde Durchdringung des Themas, wie sie sich etwa am Umgang mit und der Einordnung von Irving oder am Fehen von Beiträgen wie denen von Jäckel oder Kershaw zeigt.

Hingeschaut und Weggesehen. Hitler und sein Volk.

06.05.2004 - Folgte die große Mehrheit der Deutschen Hitler aus Angst vor Repressionen oder aus Zustimmung zu seiner Politik?

Die Sprache des Hasses. Rechtsextremismus und völkische Esoterik. Jan van Helsing, Horst Mahler ...

06.05.2004 - Die besondere Symbolsprache deutscher Rechtsextremisten darstellen und untersuchen wollen die beiden Journalisten Friedrich Paul Heller und Anton Maegerle in ihrem Buch "Die Sprache das Hasses". Einführend gehen sie in einer Überblicksdarstellung auf die unterschiedlichen sprachlichen und nichtsprachlichen Symbole ein, erläutern ihren Hintergrund und ihre Funktion als Kommunikationsmittel. Dem folgen Ausführungen zur völkischen Esoterik und ihrer Renaissance im Rechtsextremismus in Gestalt der Thule-Mythologie. Insbesondere die Behauptungen über noch existierende Hakenkreuz-Ufos und sonstige "Wunderwaffen" sehen die Autoren als Ausdruck dieser Einstellung an. Dem folgend widmen sie sich kurz der "Neuen Rechten", wobei aber nur auf das "Thule-Seminar und die Organisation "Synergon" eingegangen wird.

Die Gnosis und der Nationalsozialismus

06.05.2004 - Die Gnosis ist der Wahn von der Erkennbarkeit des Göttlichen durch den Menschen - und damit dann auch von der Identifizierbarkeit des Schlechten, die die Grundlage zu seiner Vernichtung bietet. Zu diesem nicht nur geistesgeschichtlich, sondern auch aktuell wichtigen Thema legt Harald Strohm ein Buch vor, das die Geschichte der Gnosis seit der Antike und ihre Bedeutung im Nationalsozialismus beschreibt. Leider fehlt ihm in beiderlei Hinsicht die Tiefenschärfe: So ist das Buch ein zuverlässiger Leitfaden zum Verständnis heutiger bräunlicher Esoterik, aber untauglich zum Verständnis der NS-Zeit.

Volkszählungen unter dem Nationalsozialismus. Eine Dokumentation zur Bevölkerungsstatistik im Dritten Reich

06.05.2004 - Dass wir Deutschen sonderliche Eile gehabt hätten, uns mit unserer Rolle im Nationalsozialismus zu befassen, kann nicht behauptet werden. Bekanntermaßen waren es die viel geschmähten 68er, die mit der Kritik an ihren Vätern eine intensivere Befassung mit unserer Geschichte erreichten. Meist waren es aber andere, die sich mit den Tätern, Mittätern, Gehilfen und Mitläufern auseinandersetzten. Was vor allem viel zu lange fehlte, war die Bereitschaft der Berufsgruppen und Organisationen, ihre eigene Geschichte aufzuarbeiten. Inzwischen ist eine Menge in Gang gekommen. So hat sich unlängst inbesondere auch die Max-Planck-Gesellschaft mit selbstkritischem Nachdenken über die Rolle der Wissenschaft im Dritten Reich zu Wort gemeldet.

Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur "Endlösung"

06.05.2004 - Ein schriftlicher Befehl Hitlers zur Massenvernichtung der Juden konnte nach 1945 nicht aufgefunden werden. Aus dem Fehlen eines solchen Dokuments schlossen rechtsextreme Revisionisten, wenn es keinen Befehl gegeben habe, könne es auch nicht ein solches Ereignis gegeben haben.

Ostlandritt

06.05.2004 - Wenn sich ein Kerammodelleur, der sein Leben lang in einer Porzellanfabrik der sächsischen Kleinstadt Colditz gearbeitet hat, als alter Mann zur Veröffentlichung seiner Jugend- und namentlich seiner Kriegserinnerungen entschließt, muss man drei Dinge voraussetzen. Dass er den Drang verspürt, kommenden Generationen eine Botschaft zu hinterlassen, dass er Ungewöhnliches erlebt hat, dass er ein gut geführtes Tagebuch und ein verlässliches Gedächtnis besitzt. All das ist bei Wolfgang Stadler in seinem Buch "Hoffnung Heimkehr" mit der Fähigkeit verbunden, fesselnd, mit Freude am anekdotischen Detail und oft auch hintergründigem Humor zu erzählen. Geprägt werden die sieben Jahre seiner Jugend, über die er berichtet, von der anschwellenden braunen Flut, von Krieg und Gefangenschaft. "Mit 17 Jahren an die Front. Mit 19 hinter Stacheldraht", lautet der Untertitel. Die Front war im Osten, der Stacheldraht russisch.

"Den Rauch hatten wir täglich vor Augen", Der natio- nalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma

06.05.2004 - "Die Zahl der in Europa bis Kriegsende in Konzentrationslagern und von SS-’Einsatzgruppen’ ermordeten Roma und Sinti wird auf eine halbe Million geschätzt.