Hintergrund

Die Sprache des Hasses. Rechtsextremismus und völkische Esoterik. Jan van Helsing, Horst Mahler ...

06.05.2004 - Die besondere Symbolsprache deutscher Rechtsextremisten darstellen und untersuchen wollen die beiden Journalisten Friedrich Paul Heller und Anton Maegerle in ihrem Buch "Die Sprache das Hasses". Einführend gehen sie in einer Überblicksdarstellung auf die unterschiedlichen sprachlichen und nichtsprachlichen Symbole ein, erläutern ihren Hintergrund und ihre Funktion als Kommunikationsmittel. Dem folgen Ausführungen zur völkischen Esoterik und ihrer Renaissance im Rechtsextremismus in Gestalt der Thule-Mythologie. Insbesondere die Behauptungen über noch existierende Hakenkreuz-Ufos und sonstige "Wunderwaffen" sehen die Autoren als Ausdruck dieser Einstellung an. Dem folgend widmen sie sich kurz der "Neuen Rechten", wobei aber nur auf das "Thule-Seminar und die Organisation "Synergon" eingegangen wird.

Die Gnosis und der Nationalsozialismus

06.05.2004 - Die Gnosis ist der Wahn von der Erkennbarkeit des Göttlichen durch den Menschen - und damit dann auch von der Identifizierbarkeit des Schlechten, die die Grundlage zu seiner Vernichtung bietet. Zu diesem nicht nur geistesgeschichtlich, sondern auch aktuell wichtigen Thema legt Harald Strohm ein Buch vor, das die Geschichte der Gnosis seit der Antike und ihre Bedeutung im Nationalsozialismus beschreibt. Leider fehlt ihm in beiderlei Hinsicht die Tiefenschärfe: So ist das Buch ein zuverlässiger Leitfaden zum Verständnis heutiger bräunlicher Esoterik, aber untauglich zum Verständnis der NS-Zeit.

Volkszählungen unter dem Nationalsozialismus. Eine Dokumentation zur Bevölkerungsstatistik im Dritten Reich

06.05.2004 - Dass wir Deutschen sonderliche Eile gehabt hätten, uns mit unserer Rolle im Nationalsozialismus zu befassen, kann nicht behauptet werden. Bekanntermaßen waren es die viel geschmähten 68er, die mit der Kritik an ihren Vätern eine intensivere Befassung mit unserer Geschichte erreichten. Meist waren es aber andere, die sich mit den Tätern, Mittätern, Gehilfen und Mitläufern auseinandersetzten. Was vor allem viel zu lange fehlte, war die Bereitschaft der Berufsgruppen und Organisationen, ihre eigene Geschichte aufzuarbeiten. Inzwischen ist eine Menge in Gang gekommen. So hat sich unlängst inbesondere auch die Max-Planck-Gesellschaft mit selbstkritischem Nachdenken über die Rolle der Wissenschaft im Dritten Reich zu Wort gemeldet.

Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur "Endlösung"

06.05.2004 - Ein schriftlicher Befehl Hitlers zur Massenvernichtung der Juden konnte nach 1945 nicht aufgefunden werden. Aus dem Fehlen eines solchen Dokuments schlossen rechtsextreme Revisionisten, wenn es keinen Befehl gegeben habe, könne es auch nicht ein solches Ereignis gegeben haben.

Ostlandritt

06.05.2004 - Wenn sich ein Kerammodelleur, der sein Leben lang in einer Porzellanfabrik der sächsischen Kleinstadt Colditz gearbeitet hat, als alter Mann zur Veröffentlichung seiner Jugend- und namentlich seiner Kriegserinnerungen entschließt, muss man drei Dinge voraussetzen. Dass er den Drang verspürt, kommenden Generationen eine Botschaft zu hinterlassen, dass er Ungewöhnliches erlebt hat, dass er ein gut geführtes Tagebuch und ein verlässliches Gedächtnis besitzt. All das ist bei Wolfgang Stadler in seinem Buch "Hoffnung Heimkehr" mit der Fähigkeit verbunden, fesselnd, mit Freude am anekdotischen Detail und oft auch hintergründigem Humor zu erzählen. Geprägt werden die sieben Jahre seiner Jugend, über die er berichtet, von der anschwellenden braunen Flut, von Krieg und Gefangenschaft. "Mit 17 Jahren an die Front. Mit 19 hinter Stacheldraht", lautet der Untertitel. Die Front war im Osten, der Stacheldraht russisch.

"Den Rauch hatten wir täglich vor Augen", Der natio- nalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma

06.05.2004 - "Die Zahl der in Europa bis Kriegsende in Konzentrationslagern und von SS-’Einsatzgruppen’ ermordeten Roma und Sinti wird auf eine halbe Million geschätzt.

Karrieren im Zwielicht – Hitlers Eliten nach 1945

06.05.2004 - Eine eher versöhnliche Bilanz zieht Norbert Frei zum Ausklang des von ihm herausgegebenen Buches "Karrieren im Zwielicht – Hitlers Eliten nach 1945" .

Judenmord. NS-Politik, Zwangsarbeit und das Verhalten der Täter

06.05.2004 - Analysen zur Massenvernichtung der Juden im Zweiten Weltkrieg sowohl aus der Perspektive von "oben", also der NS-Führungsspitze, und von "unten", also den konkreten Tätern vor Ort, präsentiert der an der University of North Carolina lehrende Historiker Christopher R. Browning in seinem Buch "Judenmord. NS-Politik, Zwangsarbeit und das Verhalten der Täter". Darin thematisiert Browning dem Untertitel entsprechend die drei wichtigsten Komplexe der gegenwärtigen Holocaust-Forschung: den Prozess der Entscheidungsfindung zum Holocaust durch das nationalsozialistische Regime, den Charakter der Zwangsarbeit und die Einstellungen der Täter.