Veranstaltungsreihe "Opa war ein Nazi"

Noch bis Oktober möchte sich die Gedenkstätte mittels Lesungen, Vorträgen und Tanztheater mit NS-Tätern während des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit befassen.
Den Auftakt bildet am Donnerstag, dem 22. Februar 2007, eine Vortragsveranstaltung mit dem Titel "Opa war ein Nazi" über den Nachlass eines SS-Mannes. Als vor ein paar Jahren seine Großmutter starb, fand Torsten Baensch auf dem Dachboden drei Koffer mit Hunderten von Fotos, Dokumenten und anderen Erinnerungsstücken ihres 1972 verstorbenen zweiten Ehemanns Hermann Schrader. Dieser Fund war für den Politologen und Verwaltungsangestellten Torsten Baensch und seine Frau, die Historikerin und Organisationsberaterin Kerstin Engelhardt, der Ausgangspunkt für eine Spurensuche in der eigenen, bislang anders erzählten Familiengeschichte.

In ihrem sehr persönlichen Werkstattbericht präsentieren Torsten Baensch und Kerstin Engelhardt anhand von Fotos und Dokumenten den Weg Schraders, der vom kaufmännischen Angestellten über die Beteiligung am Massenmord bis zum Angestellten in einem bundesdeutschen Finanzamt reicht.

Die Veranstaltungsreihe findet im Rahmen der Ausstellung "Von der Sachsenburg nach Sachsenhausen. Bilder aus dem Fotoalbum eines KZ-Kommandanten" statt, die noch bis zum 30. Oktober 2007 in der Gedenkstätte Sachsenhausen zu sehen sein wird. Sie präsentiert erstmals rund 200 Fotos aus dem dienstlichen Album des ersten Kommandanten des KZ-Sachsenhausen.