Ab jetzt im Netz - der Opferfonds CURA

20.10.2005 -

Rechtsextreme Gewalt ist in Deutschland leider an der Tagesordnung. Doch über die Gewalttaten wird kaum geredet. Und noch weniger über die Opfer. Eine neue Website bietet Hilfe an.

Zum Artikel (www.mut-gegen-rechte-gewalt.de)

Rechtsextreme Gewalt dauerhaft auf hohem Niveau –
Wer hilft den Opfern?

Die Amadeu Antonio Stiftung geht am 19.Oktober 2005 mit dem Opferfonds CURA online: www.opferfonds-cura.de.
Einer Website, die Opfern rechter Gewalt zur Seite stehen will.

Rechtsextreme Übergriffe sind in Deutschland leider an der Tagesordnung: Rechtsextreme Gewalt hat sich dauerhaft auf hohem Niveau verfestigt. Migranten, Wohnungslose, alternativ aussehende Jugendliche, Menschen mit Behinderungen werden tagtäglich Opfer rechtsextremer Gewalt. Häufig bleiben Betroffene allein mit den Folgen – mit Verletzungen, traumatischen Erlebnissen und der großen Angst, Ähnliches könnte wieder passieren.

"Die Zahl der Übergriffe war auch in diesem Sommer wieder erschreckend hoch. Kaum ein Tag vergeht ohne eine rechte Straftat", so Anetta Kahane, die Vorsitzende des Vorstandes der Amadeu Antonio Stiftung. Nur wenige der Opfer trauen sich an die Öffentlichkeit. Viele bleiben auf Kosten für ärztliche Hilfe, Zahnersatz, Schäden durch Brandstiftung oder für anwaltliche Beratung sitzen. "Daher ist der Opferfonds CURA dringend auf Spenden angewiesen. Die neue Webseite www.opferfonds-cura.de ist für uns unverzichtbar, um Opfer von Gewalttaten schnell mit notwendigen Informationen zu versorgen und Spender anzusprechen." Die Webseite informiert über Hilfe, Unterstützung und Beratungsangebote. Opfer rechtsextremer Gewalt brauchen dieses Hilfe – neben medizinischer und psychologischer Betreuung auch ganz konkret finanzielle Unterstützung: www.opferfonds-cura.de dient daher auch als Online-Spendenportal.

Zur Geschichte des Opferfonds CURA: Um Opfern rassistischer Gewalt schnell zu helfen, rief Ursula Kinkel, die Ehefrau des früheren Bundesaußenministers Dr. Klaus Kinkel, die "Aktion CURA" ins Leben. "Nach den fremdenfeindlichen Übergriffen in Mölln und Hoyerswerda wollte ich etwas für die Opfer tun", so Ursula Kinkel. Seither unterstützte der Opferfonds über 120 Opfer und mehr als 60 Projekte für Opfer rechtsextremer Gewalt mit insgesamt 480.000 Euro. Im Jahr 2004 übernahm die Amadeu Antonio Stiftung (www.amadeu-antonio-stiftung.de) die Trägerschaft für den Opferfonds. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt Initiativen und Projekte, die kontinuierlich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus vorgehen und sich für demokratische Strukturen engagieren.