Xavier Naidoo und Kategorie C-Sänger im Duett

Von Michael Klarmann
27.08.2021 -

Der Soulsänger und Verschwörungsideologe Xavier Naidoo hat erneut mit Musikern aus dem rechtsextremen Spektrum kooperiert. Mit dem Sänger der Hooligan-Band „Kategorie C“ sang er gemeinsam den Song „Deutschland krempelt die Ärmel hoch“ ein.

Naidoo und Ostendorf wünschen sich „starke Männer“ herbei, Foto: Screenshot

Das Lied „Deutschland krempelt die Ärmel hoch“ wurde am Freitag über verschiedene Telegram-Kanäle der rechtsextremen und verschwörungsideologischen Szene verbreitet. Unterstützt werden Xavier Naidoo und Hannes Ostendorf, Sänger der Band „Kategorie C“, auch von anderen Musikern der Szene, mit denen etwa schon ein Anti-Impf-Lied des Musikprojekts „Rapbellions“ sowie der Song „Heimat“ unter dem Label „Die Konferenz“ eingespielt wurden. Das neue Stück ist Teil einer zeitgleich veröffentlichten Mini-CD mit insgesamt vier Songs. Auf dem Cover sind sowohl Naidoo als auch Ostendorf als Solist „Hannes“ zu sehen.

Der Soulsänger selbst hat sich offenbar nur an der Produktion des einen Liedes beteiligt. Auf einem anderen Song auf der Mini-CD wirkt laut Werbung auch der Holocaust-Relativierer Nikolai „Volkslehrer“ Nerling mit, der auch schon neben Naidoo Teil von „Die Konferenz“ war. An anderen Liedern beteiligt war demnach auch Nico „Wiesel“ R. aus dem Raum Ludwigshafen, ebenso Musiker bei der Szene-Band „The Hoizers“. Im Titelsong zu hören sind auch der „Querdenken“-Rapper Toni Tano und „Der Typ“, Sebastian Verboket aus Heinsberg. Verboket hat neben Naidoo den Song „Heimat“ getextet.

Harte Männer im Kampfmodus

Wie schon bei den Liedern von den „Rapbellions“ und „Die Konferenz“ wurde anlässlich der neuen Kooperation von Naidoo und Ostendorf ein relativ professionell produziertes Video veröffentlicht. Der Song „Deutschland krempelt die Ärmel hoch“ lehnt sich einerseits provokant-ironisch an den Slogan der Impfkampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, des Robert Koch-Instituts und der Bundesregierung an. Zugleich vermittelt er einen Appell zum Widerstand, denn es gehe mehr darum, die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken im Kampf gegen „die Mächtigen“.

In einem Vorspann-Dialog mit Naidoo und Ostendorf geht es beiden denn auch um „starke Männer“ oder „starke Jungs“. Mitgewirkt haben an dem martialisch wirkenden Videodreh denn auch beispielsweise zahlreiche Hooligans und Rocker. Sie symbolisieren dabei die von Naidoo im Refrain besungenen „starken Männer“, die nun Seite an Seite aufmarschieren. Das Video glorifiziert dabei die Welt der Rocker und Hooligans, Pickups, teure Sportwagen und Motorräder inbegriffen.

Polizei störte Dreharbeiten in Bremen

„Ein besonderer Dank für die starke Unterstützung  geht nach Bremen, Berlin und Essen“, teilt der Sänger respektive „Kategorie C“ via Telegram mit. Gemeint sein dürften damit Personen, die bei dem Dreh mitwirkten. Die Polizei Bremen hatte Anfang Juni mit einem Großaufgebot ein Treffen von Rockern, Hooligans und Rechtsextremen in einem Industriegebiet aufgelöst. Seinerzeit beschlagnahmten die Polizisten Motorräder, Baseballschläger, Messer, mit Quarzsand gefüllte Handschuhe, Pyrotechnik, Sturmhauben und zwei CDs mit Adolf Hitler auf dem Cover.

Die Beamten registrierten Anfang Juni in einem Bremer Stadtteil nicht nur die vermummten Personen, sondern ebenso Männer mit Kutten auf denen „Radikale Kameraden Bremen“ stand. An einem Geländer einer Fußgängerbrücke seien zuvor Banner von „Kategorie C“ und – ein älterer Zusatz zum KC-Bandnamen – „Hungrige Wölfe“ angebracht worden, teilten die Behörden mit. Auf der Fußgängerbrücke hätten sich Vermummte versammelt und Pyrotechnik abgebrannt. Eben jene Szene mit rund 40 Personen ist auch im neuen Video zu sehen.

Keine Dreharbeiten für ein Modelabel

Seinerzeit gaben die Männer gegenüber den zuerst eintreffenden Polizisten an, lediglich Aufnahmen für ein Modelabel durchführen zu wollen. Viele Teilnehmer hätten laut Polizeibericht jedoch „fluchtartig“ das Weite gesucht. Rund 60 bis 70 Personen konnten allerdings noch gestoppt, kontrolliert und durchsucht werden. Während die Behörden seinerzeit noch rätselten, welchen Hintergrund das Treffen hatte, sickerte später durch, dass es ein Teil der Dreharbeiten für das neue Video mit Ostendorf und dem dabei nicht selbst anwesenden Naidoo war.

Erschienen in: Aktuelle Meldungen