Weiteres Rechtsrock-Event in Themar

Von Kai Budler
09.07.2019 -

Nicht zuletzt wegen des lauten Protests und polizeilicher Maßnahmen war das braune Open Air „Tage der nationalen Bewegung“ am vergangenen Wochenende im südthüringischen Themar ein Misserfolg. Zwei Monate später soll dort nun erneut eine ähnliche Veranstaltung stattfinden.

Für September ist schon das nächste braune Musik-Spektakel in Themar angemeldet; Photo: K.B.

Nach der dritten Auflage des Rechtsrock-Open Airs „Tage der nationalen Bewegung“ am ersten Juliwochenende hat der NPD-Bundesorganisationsleiter Sebastian Schmidtke für den September bereits die nächste Veranstaltung in Themar angemeldet. Das Motto lautet nach Angaben des langjährig aktiven Neonazis Tommy Frenck aus Südthüringen „Gegen die staatliche Repression, für die Versammlungs- und Meinungsfreiheit in Deutschland“.

In sozialen Netzwerken erklärte Frenck, der Pächter der Konzertwiese, es hätten sich bereits die ersten Musikgruppen und Redner gemeldet. Konkrete Angaben kündigte er bis zum nächsten Wochenende an. Hintergrund ist das polizeiliche Durchgreifen beim Neonazi-Festival auf einer Wiese bei Themar im südthüringischen Landkreis Hildburghausen. Hatte die Premiere der „Tage der nationalen Bewegung“ noch rund 6000 Neonazis nach Themar gezogen, waren es im vergangenen Jahr noch etwa 2000 Teilnehmer. In diesem Jahr waren am ersten Juliwochenende etwa 900 Neonazis aus der gesamten Bundesrepublik und dem Ausland nach Themar gereist. Im Vorfeld hatten die Gerichte das verhängte Alkoholverbot bestätigt, die Polizei richtete ihre Einsatzzentrale in einer Tankstelle in der Nähe der Wiese ein, in der sich die Neonazis sonst mit Alkohol eindeckten.

Offener Haftbefehl vollstreckt

Die Auftritte zweier Rechtsrock-Bands waren am Freitagabend von der Polizei vorzeitig beendet worden, die Bands erhielten ein Auftrittsverbot für das gesamte Wochenende. Außerdem beschlagnahmten die Beamten große Mengen Alkohol auf dem Gelände und sicherten den anwesenden Journalisten über den gesamten Zeitraum freien Zutritt. Insgesamt registrierten die Beamten bei den Neonazis 45 mutmaßliche Straftaten und 15 Ordnungswidrigkeiten, zudem wurde ein offener Haftbefehl vollstreckt.

In Hör- und Sichtweite protestierten rund 800 Personen direkt neben der Wiese gegen das braune Treiben. Die Veranstalter des Neonazi-Spektakels kündigten rechtliche Schritte gegen Entscheidungen und Verfügungen an, dies werde aber „einige Zeit in Anspruch nehmen, da unsere Gerichte aktuell ziemlich langsam arbeiten“, so Frenck.