Waffenfunde bei sächsischen „Reichsbürger“

24.05.2019 -

Bei einer Hausdurchsuchung in Reichenbach (Sachsen) ist die Polizei bei einem 70-jährigen „Reichsbürger“ auf zahlreiche Waffen und Waffenteile gestoßen.

Waffenfunde bei Razzia; Photo (Symbol): Frank Witscherkowsky / pixelio.de

Zusätzlich fanden die Beamten auch Utensilien und Substanzen, aus denen sich nach Angaben der Polizei Zwickau Waffen und Munition herstellen lassen. Dem langjährigen Anhänger der „Reichsbürger“-Szene ist der Besitz von Waffen rechtskräftig verboten. An der Durchsuchung waren auch Experten der Waffenbehörde des Landkreises Vogtlandkreis und des Landeskriminalamts Sachsen beteiligt.

Gegen den 70-Jährigen ermittelt nun das Polizeiliche Terrorismus- und Abwehrzentrum (PTZA) wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Landesweit rechneten die Behörden im vergangenen Jahr rund 1400 Personen der „Reichsbürger“-Szene zu, die im vergangenen Jahr mindestens 203 Straftaten begangen haben. Darunter befinden sich Delikte wie Verstöße gegen das Waffengesetz, Volksverhetzung und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Sachbeschädigungen und Körperverletzungen.

Seit Anfang Dezember 2016 sind „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ ein Beobachtungobjekt des Verfassungsschutzes in Sachsen, knapp zwei Monate vorher hatte ein „Reichsbürger“ in Bayern einen Polizeibeamten erschossen und drei weitere Beamte angeschossen. (kb)