Waffenfunde bei Neonazis

07.02.2020 -

Auch in dieser Woche wurden in der rechtsextremen Szene erneut Waffen gefunden. Die Funde belegen die Gefahr durch eine bewaffnete braune Szene.

Umfangreiches Waffenarsenal sichergestellt; Photo: Polizei Flensburg

Bei der Durchsuchung eines Hauses in Winnert im Landkreis Nordfriesland haben Ermittler ein umfangreiches Waffenarsenal sichergestellt. Der Aktion war ein Hinweis an das Amtsgericht Flensburg voran gegangen, das auf Antrag der Staatsanwaltschaft Flensburg einen Durchsuchungsbeschluss erließ. Im Haus und des 40-jährigen Mannes und seiner Familie und einer angemieteten Scheune in der Nähe von Husum stießen die Beamten mit Unterstützung des Kampfmittelräumdienstes auf diverse Kriegswaffen, Munition und Sprengstoff.

Zu dem Fund gehören unter anderem ein Maschinengewehr, Langwaffen, Panzerfaustköpfe und Granaten sowie mehrere Kilogramm Sprengstoff, Chemikalien und Werkstoffe zur Herstellung von Munition. Die Ermittler stellten auch Reichskriegsflaggen und NS-Devotionalien sicher. Bereits vor fünf Jahren wurden bei dem heute 40-jährigen noch umfangreichere Mengen an Kriegswaffen und Sprengstoffen gefunden. Aktuell wird gegen ihn unter anderem wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Sprengstoffgesetz ermittelt.

12 Immobilien und Wohnungen in Hessen durchsucht

Auch in Hessen ging die Polizei mit Durchsuchungen gegen Mitglieder der rechtsextremen Szene vor und durchsuchte landesweit zwölf Immobilien und Wohnungen. Nach Angaben des Innenministeriums stellten die Ermittler Waffen, Betäubungsmittel und Datenträger sicher, außerdem wurden aufgrund von Haftbefehlen zwei Personen verhaftet. Bei einer der Durchsuchungen in Südhessen wurden drei aggressive Hunde erschossen. Koordiniert worden war die Aktion von der „Besonderen Aufbauorganisation“ (BAO) Hessen, die erst im Dezember 2019 landesweite Durchsuchungen initiiert. hatte (bnr.de berichtete) Die Einrichtung der BAO im Juli 2019 gilt als direkte Reaktion auf den Mord am damaligen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der mutmaßlich von Neonazis begangen wurde. Der BAO sind 140 Beamte in allen sieben Polizeipräsidien in Hessen unterstellt, die Koordination der BAO hat das Hessische Landeskriminalamt übernommen. (kb)