„Volksfest“ mit dem „III. Weg“

Von Anton Maegerle
06.06.2019 -

Die Neonazi-Kleinstpartei „Der III. Weg“ will am 15. Juni im nordrhein-westfälischen Olpe einen „Tag der Heimattreue“ veranstalten.

Braunes „Volksfest“ für den 15. Juni in Olpe geplant; (Screenshot, Symbol)

Am „Tag der Heimattreue“ am 15. Juni auf dem Kurkölner Platz in Olpe sollen „Identität, Kultur und Gemeinschaft“ den „zerstörerischen Zeitgeist“ brechen und einen „Gegenpol zur hemmungslosen Konsumgesellschaft“ bieten, so „Der III. Weg“. Geboten wird ein „ganzheitlich ausgerichtetes Programm“ für Groß und Klein, bestehend aus Politik, nationaler Kultur mit einem namentlich nicht genannten Liedermacher, Propagandaständen und leiblichen Genüssen.

Das „Volksfest“ findet in Olpe (Regierungsbezirk Arnsberg) bereits zum zweiten Mal statt. Beim ersten „Tag der Heimattreue“ am 22. September 2018 hatten sich rund 40 Personen, darunter auch Kinder, eingefunden.

Mit einem Stand vertreten sein soll bei der Veranstaltung auch die im Sommer 2018 gegründete parteieigene Arbeitsgemeinschaft „Körper & Geist“. „Dank grenzenloser Einwanderung und der Verrohung einer entarteten Gesellschaft wird es auf den Straßen unserer Heimat immer unsicherer“, heißt es in dem Einladungsschreiben des „III. Wegs“.  Deshalb sei „die Fähigkeit, mögliche Konfliktsituationen frühzeitig zu erkennen, ihnen aus dem Weg zu gehen oder in letzter Instanz sich effektiv zur Wehr zu setzen, ... immer wichtiger“.

Den Nachwuchs frühzeitig indoktrinieren

Wiederholt hat „Der III. Weg“ auch Kinder in den Kategorien „Ausdauer, Abwehrtechniken und Disziplin“ geschult. In Anlehnung an die Leitlinien der nationalsozialistischen Erziehung, wonach ein gesunder Geist nur in einem gesunden Körper existieren könne, versucht die Neonazi-Partei ihren Nachwuchs frühzeitig zu indoktrinieren.

Als Redner der Veranstaltung am 15. Juni sind der Parteivorsitzende Klaus Armstroff, Parteivize Matthias Fischer, der Stützpunktleiter Pfalz Mario Matthes und der Gebietsleiter West/Stützpunktleiter Sauerland Julian Bender angekündigt.

Der Ex-NPD-Kreistagsabgeordnete Armstroff hat den „III. Weg“ gemeinsam mit ehemaligen NPD-Mitgliedern und früheren Aktivisten des „Freien Netzes Süd“ (FNS) am 28. September 2013 im nordbadischen Heidelberg gegründet. Die aktionsorientierte Neonazi-Partei, der bislang wenige hundert Mitglieder angehören, versteht sich als Alternative zur NPD, sie agiert antisemitisch, ausländerfeindlich und revisionistisch. Verwendet wird ein Symbol kombiniert mit einem Zahnradkranz, der in ähnlicher Form in der NS-Zeit Kennzeichen der NSDAP Organisation „Deutsche Arbeitsfront“ (DAF) war.