Verurteilungen ohne Folgen

14.02.2017 -

Vlotho/Detmold – Die notorische Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel (Jg. 1928) kassiert Haftstrafen – Konsequenzen haben diese Urteile bisher nicht.

Ursula Haverbeck-Wetzel erneut vor Gericht; Photo (Archiv): Julian Feldmann

Die Justiz lässt sich bei der 88-jährigen Rechtsextremistin aus dem ostwestfälischen Vlotho (Kreis Herford) viel Zeit. Die achtfach wegen Volksverhetzung verurteilte Haverbeck-Wetzel musste trotz ihrer regelmäßigen Hetzreden und -schriften noch nicht ins Gefängnis. Seit November 2015 kamen vier Verurteilungen zusammen, keine von ihnen ist bisher rechtskräftig. Mehrere Staatsanwaltschaften führen zudem derzeit Ermittlungsverfahren gegen Haverbeck-Wetzel.

Mit dem „Collegium Humanum“, das 2008 als „Sammelbecken organisierter Holocaust-Leugner“ vom Bundesinnenministerium verboten wurde, führte Haverbeck-Wetzel die deutsche Szene der Geschichtsrevisionisten an. Seit 2014 geht sie offensiv mit einer neuen Kampagne in die Öffentlichkeit, in der sie den Holocaust als „größte und nachhaltigste Lüge der Geschichte“ bezeichnet. Bundesweit hält sie auf Veranstaltungen der rechtsextremen Szene Reden und hetzt in Publikationen gegen Juden und verharmlost den Nationalsozialismus.

Insgesamt vier Jahre und elf Monate Gefängnis

Zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt wurde Haverbeck-Wetzel von den Amtsgerichten Hamburg-Mitte, Detmold, Bad Oeynhausen und Verden. Insgesamt kamen vier Jahre und elf Monate Gefängnis zusammen. Antreten musste die Ikone der rechten Szene bisher keine der Strafen, weil sie stets in Berufung gegen die Urteile ging. Termine für die Berufungsverhandlungen stehen noch nicht fest.

Am Freitag steht Haverbeck-Wetzel erneut vor Gericht, wieder vor dem Amtsgericht Detmold. Bei einer Verhandlung gegen sie im September hatte die Rechtsextremistin zwei Nazi-Schriften an Journalisten verteilt, in denen der Holocaust geleugnet wird. Auch in ihrer Einlassung vor Gericht bestritt sie den Massenmord an den europäischen Juden. Auch am Freitag wird die Volksverhetzerin wieder das Gericht auf freiem Fuß verlassen können. (jf)

Weitere Artikel

Unbelehrbare Holocaust-Leugnerin

20.07.2016 -

Die Rechtsextremistin Ursula Haverbeck-Wetzel (Jg. 1928) aus dem ostwestfälischen Vlotho (Kreis Herford) steht demnächst wegen zahlreicher Fälle von Volksverhetzung vor Gericht.

Haftstrafe für Auschwitz-Leugnerin

05.09.2016 -

Detmold – Die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho (Kreis Herford) ist vom Amtsgericht Detmold zu einer achtmonatigen Haftstrafe verurteilt worden.

Vierte Haftstrafe für Hitler-Verehrerin

22.11.2016 -

Die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel ist erneut zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Wegen Volksverhetzung in sieben Fällen und einem Versuch soll sie zweieinhalb Jahre hinter Gitter.

Bühne für Holocaust-Leugnerin

12.10.2016 -

Die notorische Antisemitin Ursula Haverbeck-Wetzel ist erneut zu einer elfmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Der Prozess am Amtsgericht im ostwestfälischen Bad Oeynhausen (Kreis Minden-Lübbecke) geriet zu einer Versammlung des revisionistischen Milieus.