Umtriebiger Rechtsextremist im Kantonsparlament

Von Anton Maegerle
29.10.2020 -

Der rechtsextreme Schweizer Politiker und Politclown Eric Weber wurde Ende Oktober erneut in den Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt gewählt.

Langjährigiger Aktivist der rechten Szene ist wieder Abgeordneter in Basel; Photo (Symbol): Christian Heinz / pixelio.de

Weber (Jg. 1963), Anführer der Liste „Volksaktion gegen zu viele Ausländer und Asylanten in unserer Heimat“ (VA), gewann im Wahlkreis Kleinbasel mit knapp 5300 Stimmen einen Sitz. Dem Grossen Rat in Basel, der drittgrößten Stadt der Schweiz, gehören 100 Mitglieder an. Der Grosse Rat ist das Parlament des Kantons Basel-Stadt und gleichzeitig der Stadt Basel.

Weber gehörte bereits von 1984 bis 1992 und von 2013 bis 2016 dem Grossen Rat der Schweizer Großstadt an. Schlagzeilen lieferte er damals mit Forderungen wie „Internierungslager für Asylanten“ und „Todesstrafe für Drogendealer“. Weber, der das Parlament „lahmlegen“ wollte, reichte eine Flut von schriftlichen Anfragen ein, darunter: „Sind die Asylanten an der Taubenplage schuldig? Aus welchem Land stammen die Tauben? Seit wann leben die Tiere in Basel? Ist es das Jahr 1231 oder 1351?“ Im Jahr 2014 reckte Weber in einem Interview seinen nackten Hintern in die Kamera und rief dazu: „Staatsanwaltschaft leck mich am Arsch“.

Den Hitlergruß im Parlament gezeigt

Der als Wahlfälscher verurteilte Weber saß erstmals ab 1986 als Parlamentarier für die „Nationale Aktion“ (NA) im Grossen Rat. 1988 zeigte er dort den Hitlergruß, worauf man ihn aus der Sitzung warf. Noch im gleichen Jahr beantragte Weber – vergeblich – „politisches Asyl“ in der Bundesrepublik Deutschland, da er sich in der Schweiz „von der Polizei politisch verfolgt“ fühlte.

Zeitweilig wohnte Weber ab 1990 in Bayern und in Sachsen. 2012 kehrte er endgültig in die Schweiz zurück. Während seiner Zeit in Deutschland arbeitete Weber unter anderem als Mitarbeiter der rechtsextremen Monatszeitschrift „Nation&Europa“ und des sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Mirko Schmidt. Publizistisch war Weber für Rechtsblätter wie das NPD-Parteiorgan „Deutsche Stimme“ und die österreichische „Zur Zeit“ aktiv. Am 1. Dezember 2018 nahm Weber als Redner am Parteitag der neonazistischen „Partei National Orientierter Schweizer“ (PNOS) teil. Laut PNOS-Angaben führte Weber aus, dass es „nicht angehen“ könne, „dass die Linken alles tun und lassen dürften und Leute wie wir von der Justiz massiv kriminalisiert würden!“

„Mogelpackung“ AfD

Im Mai 2013 war Weber neben dem NPD-Funktionär Karl Richter treibende Kraft beim „1. Gesamtdeutschen Kommunaltreffen“ in München. Die rasch wieder in der Versenkung verschwundene Vereinigung hatte es sich großmäulig zur Aufgabe gesetzt, die „drängendsten Probleme mitteleuropäischer Großstädte“ zu diskutieren. Im Jahr 2013 gab Weber in einem Interview mit dem Blatt „Der Schlesier“ (Verlagskomplex Munier) kund, dass die neugegründete AfD eine „Mogelpackung“ sei und „wieder in der Versenkung verschwinden“ werde: „Diese Partei will zwar rechte Wähler, hat aber mit nationalen Anliegen gar nichts am Hute“.

Seine Meinung zur AfD änderte Weber offensichtlich jedoch ziemlich schnell angesichts erster parlamentarischer Erfolge der Partei. Im September 2014 nahm er an einer Veranstaltung der AfD in Thüringen zu deren Wahlsieg teil. Zugegen war Weber auch bei der Wahlfeier der AfD am Abend der baden-württembergischen Landtagswahlen am 11. März 2016. Später war Weber gar zeitweilig Mitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Petr Bystron.