Ultrarechte „Wutbürger“-Szene formiert sich

05.09.2019 -

Mönchengladbach – Der am Sonntag im nordrhein-westfälischen Mönchengladbach geplante zentrale fremdenfeindliche Aufmarsch verschiedener Gruppen könnte größer ausfallen, als bisher angenommen.

Aufmarsch des rechtsextremen Vereins „Mönchengladbach steht auf“; Photo (Archiv): M.K.

 Strippenzieher ist Dominik Roeseler, Ex-Funktionär von „pro NRW“ und Mitgründer der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa), heute Chef des rechtsextremen Vereins „Mönchengladbach steht auf“. Der laut Verfassungsschutz NRW langjährige Rechtsextremist will bei der Anmeldung die von ihm erwartete Teilnehmerzahl von zuerst 300 auf 500 und nun 800 korrigiert haben. An einem ähnlichen Aufmarsch in Mönchengladbach hatten Anfang Juni rund 260 Personen teilgenommen.

Wurden als Mitorganisatoren und Unterstützer für die Versammlung am 8. September in Mönchengladbach zuerst nur drei Gruppen genannt, verbreitet Roeseler nun, dass 23 respektive nach letzten inoffiziellen Infos sogar 27 Gruppen unter dem Motto „Stoppt die Gewalt! In NRW und Deutschland“ aufmarschieren wollen. Gemeint ist dabei die durch Migranten verübte Gewalt. Die Unterstützer stammen meist aus dem Rocker-, HoGeSa- und „Pegida“-Spektrum.

„Musikalisches Maskottchen“ des „Frauenbündnisses Kandel“

Als Redner angekündigt hatte Roeseler zuerst Christoph Berndt, den Chef der Initiative „Zukunft Heimat“ und seinerzeit prominent gesetzten Listenkandidat zwei der AfD in Brandenburg. (bnr.de berichtete) Wenige Tage nach der ersten Ankündigung dieses Redners – der unterdessen dem Potsdamer Landtag angehört – ruderte „Mönchengladbach steht auf“ zurück und verbreitete, es habe ein Missverständnis vorgelegen.

Reden sollen nun Roeseler, der „Identitären“-Aktivist Kai Naggert aus Wesel (Videoprojekt „Ruhrpott Roulette“), Stefanie van L. aus Köln (früher „Patrioten NRW“, nun „NRW stellt sich quer“) und Marco Kurz aus Kandel. Ebenso wird Julia Juls angekündigt, die wie Kurz aus dem Umfeld rechtsextremer Aktivisten aus der Südpfalz stammt und als „musikalisches Maskottchen“ des „Frauenbündnisses  Kandel“ beziehungsweise der rechtsradikalen „Wutbürger“- und „Gelbwesten“-Szene aufgefallen ist.

Unter dem Motto „Den Nazis in die Suppe spucken!“ ruft das Bündnis „Mönchengladbach stellt sich quer“ zu Gegenprotesten auf. Diese beginnen um 13.00 Uhr auf dem Platz der Republik. (mik)