Trotz Pandemie mehr extrem rechte Veranstaltungen

Von Kai Budler
02.03.2021 -

Obwohl in einem Teil des Jahres 2020 wegen der Pandemie strikte Auflagen herrschten, ist die Zahl extrem rechter Aufmärsche und Kundgebungen im Vorjahresvergleich angewachsen.

Teilnehmer des Aufmarsches des Dritten Weg in Berlin

Im vergangenen Jahr fand bundesweit an jedem zweiten Tag mindestens ein extrem rechter Aufmarsch oder eine entsprechende Kundgebung statt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf die Quartalsabfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.

Mit insgesamt 147 Aufmärschen und Kundgebungen liegt die Zahl trotz Pandemie über der aus dem vorangegangenen Jahr. 2019 wurden 124 solcher Veranstaltungen gezählt, 2018 waren es noch 195 Aufmärsche und „Gida-Treffen“ gewesen. Dabei dürfte sich die Zahl aus dem Jahr 2020 noch leicht erhöhen, denn erfahrungsgemäß melden die Behörden noch Kundgebungen und Aufmärsche aus dem vierten Quartal nach.

Pegida-Demo größte Versammlung

Nach Angaben der Regierung fanden im vergangenen Jahr 36 „überwiegend (rechts-)extremistisch beeinflusste bzw. gesteuerte“ Veranstaltungen statt. Dazu zählen die Behörden für 2020 Veranstaltungen wie „Pegida“-Aufmärsche in Dresden und München mit überwiegend geringen Teilnehmerzahlen.

Mit 36 die meisten Aufmärsche und Kundgebungen zählten die Behörden 2020 in Sachsen, in Sachsen Anhalt waren es 33 und in Nordrhein Westfalen 19 Aufmärsche und Kundgebungen. Der größte extrem rechte Aufmarsch fand mit ca. 1.300 Teilnehmern am 15. Februar 2020 in Dresden statt. Im November folgten etwa 550 Personen im sächsischen Aue einem Aufruf der NPD und am 3. Oktober kamen etwa 320 Neonazis zu einem Aufmarsch der Partei Der Dritte Weg in Berlin.

Erschienen in: Aktuelle Meldungen