Tommy Frenck ohne Immobilie

Von Kai Budler
18.01.2019 -

Der Verkauf eines weiteren Grundstücks in Kloster Veßra in Südthüringen an den umtriebigen Südthüringer Neonazi ist vorerst geplatzt.

Tommy Frencks hochfliegende Pläne sind erstmal auf Eis gelegt; Photo: K.B.

Unter dem Motto „Wir übernehmen Verantwortung“ hatte der Neonazi Tommy Frenck Ende des vergangenen Jahres mit der Einrichtung von Sozialwohnungen geprahlt, die „mit einer Anlaufstelle für alleinerziehende Landsleute“ kombiniert werden sollten. Weiterhin kündigte er die Vermietung von Hotelzimmern an. Die Pläne wollte er in einem Mehrfamilienhaus mit einer Wohnfläche von knapp 300 Quadratmetern in Kloster Veßra verwirklichen, das Frenck im November 2018 bei einer Ersteigerung erworben hatte. (bnr.de berichtete) Doch die Umsetzung der Pläne könnte noch länger auf sich warten lassen.

Bereits nach dem Kauf des Hauses gegenüber Frencks „Gasthaus Goldener Löwe“ war die Rede von möglichen juristischen Schritten gegen den Verkauf des Grundstücks an den Neonazi aus Südthüringen. Nun ist der Verkauf vorerst gescheitert, nachdem das Amtsgericht Sonneberg einer Beschwerde gegen den Zuschlag bei der Teilungsversteigerung stattgegeben und auf eine nicht eingehaltene Bekanntmachungsfrist verwiesen hat. Das Gericht reagierte auf einen Widerspruch der Deutschen Bahn gegen den Kauf des Grundstücks, das an eine Bahnlinie grenzt. Als direkte Nachbarin hätte sie das Verfahren eingebunden werden müssen, hatte die Deutsche Bahn argumentiert, dies sei aber nicht passiert. Weil der Beschluss noch nicht rechtskräftig ist, können die Beteiligten Rechtsmittel dagegen einlegen.

Überregionaler Anziehungspunkt für Neonazis

Tommy Frenck ist ehemaliger NPD-Politiker und sitzt seit 2009 für die im selben Jahr gegründete rechtsextreme Liste „Bündnis Zukunft Hildburghausen" im Kreistag Hildburghausen. Im Dezember 2014 kaufte der Südthüringer für 80.000 Euro in Kloster Veßra die Gaststätte „Goldener Löwe“. Zwar läuft immer noch ein Verfahren über ein Vorkaufsrecht der Gemeinde, doch das Anwesen wurde schnell zu einem überregionalen Anziehungspunkt für Neonazis. Nach Angaben der Mobilen Beratung in Thüringen (MOBIT) fanden 2016 landesweit die meisten Rechtsrock-Konzerte in Frencks Immobilie statt. Sie dient ebenso als Ausweichort wie beispielsweise im August 2018 nach dem verbotenen Rechtsrock-Open Air in Mattstedt bei Apolda, als die Bands vor etwa 400 Neonazis auf Frencks Grundstück spielten. (bnr.de berichtete) 2017 mitveranstaltete der gelernte Koch auf der Wiese des ehemaligen AfD-Politikers Bodo Dressel das bislang größte Neonazi-Festival „Rock gegen Überfremdung“ mit 6000 Besuchern.

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