Szene-Ehrung für Neonazi-Aktivistin

Von Anton Maegerle
28.11.2019 -

Die langjährige NPD-Aktivistin Edda Schmidt wurde vom rechtsextremen „Schutzbund für das deutsche Volk e.V.“ (SDV) mit dem „Hohe-Meißner-Preis“ des Jahres 2019 ausgezeichnet.

Auszeichnung für NPD-Funktionärin Edda Schmidt; (Screenshot)

Schmidt (Jg. 1948), rechtskräftig wegen Aufstachelung zum Rassenhass, Volksverhetzung und Verbreitung jugendgefährdender Schriften verurteilt, wurde der Preis auf der diesjährigen SDV-Herbsttagung verliehen. In der Laudatio auf Schmidt heißt es, dass die aus „einer nationalen Familie aus der Ostmark“ stammende Schmidt „sich seit über fünf Jahrzehnten für den Erhalt des deutschen Volkes in seiner vieltausendjährigen Kultur“ einsetze. Hervorgehoben wird – neben ihrem „unermüdlichem Engagement“ in der 1994 verbotenen „Wiking-Jugend“, der „Artgemeinschaft“ und der NPD – ihr „vielseitiges Wirken für das heidnische Brauchtum und die germanische Frühgeschichte in Wort und Tat“.

Parteipolitischer Werdegang 1967 beim NHB

Regelmäßig berichtet Schmidt in der NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“ über „besondere Orte“ wie den Ulrichsberg (Österreich) oder den Odilienberg (Frankreich). Mehrfach trat sie als Veranstalterin von völkischen Sonnwend- und Erntedankfeiern auf und nahm an „Rudolf-Heß-Gedenkmärschen“ und braunen „Trauermärschen“ in Dresden teil.

Schmidt war Bundesvorsitzende der NPD-Frauenorganisation „Ring Nationaler Frauen“ (RNF) und gehörte einst der 1995 verbotenen „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) und der 2009 verbotenen „Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e.V.“ (HNG) an. Ihren parteipolitischen Werdegang startete Schmidt 1967 bei der örtlichen Hochschulgruppe der NPD-Studierendenorganisation Nationaldemokratischer Hochschulbund (NHB) in der baden-württembergischen Universitätsstadt Tübingen. Ihr Vater Sepp Biber, verstorben 2016, war vormals Freiwilliger der „12. SS Panzerdivision Hitlerjugend“. Schmidt wirkt aktuell als Beisitzerin im baden-württembergischen NPD-Landesvorstand.

SDV definiert sich als Sachwalter des „Heidelberger Manifests“

Der 1981 in Heidelberg gegründete „Schutzbund für das Deutsche Volk e.V.“ (Postfachanschrift: Wielenbach im Landkreis Weilheim-Schongau) hat sich „die Erhaltung der ethnischen und kulturellen Eigenart des deutschen Volkes“ zum Ziel gesetzt. Der sich als Sachwalter des rassistischen „Heidelberger Manifests“ (Juni 1981) definierende SDV fordert eine rigorose Ausländerrückführung, wendet sich gegen „Umerziehung“ sowie einen angeblich volksfeindlichen Liberalismus. Den von Hitler-Deutschland entfesselten Zweiten Weltkrieg bezeichnet der SDV als „europäischen Freiheitskampf“. Der SDV will „alle volks- und heimatverbundenen Kräfte“ fördern und „für das künftige schöne und wahre Europa, jenseits der unsäglichen EU, richtungsweisende Impulse geben“. Letztjähriger Hohe Meißner–Preisträger war der rechtsextreme „Volkslehrer“ Nikolai Nerling aus Berlin.