Schlag gegen Neonazis in Hessen

19.12.2019 -

Bei einer landesweiten Razzia gegen die extrem rechte Szene in Hessen hat die Polizei am Dienstag zwölf Wohnungen und Objekte durchsucht.

Bei den Razzien u.a. Waffen, Schießpulver und Pyrotechnik sichergestellt; Photo (Symbol): Tim Reckmann / pixelio.de

Die Ermittler stellten bei der Durchsuchung am 17. Dezember Waffen, Schießpulver, Pyrotechnik, Datenträger, Neonazi-Devotionalien und Drogen sicher. Eine Person wurde festgenommen, weil ein Haftbefehl gegen sie vorlag.

Die Razzien in zwölf Wohnungen und Objekten fanden in den Bereichen der Polizeipräsidien Mittel-, Ost-, Nord- und Südhessen statt. Die Beamten schlugen in den Landkreisen Kassel und Bergstraße sowie im Wetteraukreis und Lahn-Dill-Kreis und in Fulda zu. Die Maßnahme wurde von der „Besonderen Aufbauorganisation (BAO) Hessen R“ geleitet, die im Sommer dieses Jahres im Landeskriminalamt eingerichtet worden war. Die Einrichtung der BAO gilt als direkte Reaktion auf den Mord am damaligen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der mutmaßlich von Neonazis begangen wurde.

Nach Angaben des Innenministeriums haben die Ermittler der BAO seitdem rund 350 Personen und 110 Fahrzeuge kontrolliert sowie 22 offene Haftbefehle gegen 21 Personen vollstreckt. Auch Waffen und Sprengstoff seien schon sichergestellt worden. Der BAO Hessen R sind 140 Beamte in allen sieben Polizeipräsidien in Hessen unterstellt, die Koordination der BAO hat das Hessische Landeskriminalamt übernommen. (kb)