Revisionistische „Jahrestagung“

31.05.2019 -

Oberbergischer Kreis – Die extrem rechten „Russlanddeutschen Konservativen“ halten an diesem Samstag ihr jährliches „Lesertreffen“ ab.

Geschlossene Veranstaltung am morgigen Samstag; (Screenshot, YouTube)

Seit Jahren organisiert die Splittergruppe „Jahrestagungen“ oder jährliche „Lesertreffen“. Am morgigen Samstag wird ein solches als geschlossene Veranstaltung beworben für den Raum Gummersbach im bergischen Land (Nordrhein-Westfalen). Abermals werden dafür in einer bnr.de vorliegenden Einladung auch Rechtsextremisten und Holocaust-Leugner als Referenten angekündigt. Neben dem Führungskader der „Russlanddeutschen Konservativen“, Johann Thießen (Kreis Düren), sollen Roland Wuttke („Schriftleiter“ der rechtsextremen Zeitung „Volk in Bewegung – Der Reichsbote“), Bernhard Schaub (Autor und Holocaust-Leugner), Wolfgang Schiedewitz (Vorsitzender des Vereins „Gedächtnisstätte e.V.) und Nikolai Nerling („Volkslehrer“ und Verharmloser des Holocausts) referieren.

Die „Russlanddeutschen Konservativen“, zeitweise auch „Freundeskreis der Russlanddeutschen Konservativen“ oder „National-Konservative Bewegung der Deutschen aus Russland“ beziehungsweise „Schutzgemeinschaft ‚Deutsche Heimat‘ der Deutschen aus Russland e.V.“ genannt, sind ein Zusammenschluss von rechtsextremen, fremdenfeindlichen und in Teilen antisemitischen Spätaussiedlern. Vertreter dieser Gruppen waren auch im „Arbeitskreis Russlanddeutscher in der NPD“ aktiv. Zeitweise gab es enge Kontakte zu der „Europäische Aktion“ (EA), einem europäischen Netzwerk von Holocaust-Leugnern. 

Auch bei früheren Kundgebungen, „Tagungen“ und Lesertreffen waren teils einschlägig bekannte und verurteilte Holocaust-Leugner als Redner und Gäste anwesend. Neben dem Mitteilungsblatt „Die Russlanddeutschen Konservativen“ nutzen jene Kreise auch das Webportal „Volksdeutsche Stimme“. Vertreter der „Russlanddeutschen Konservativen“ waren zeitweise auch in ihrer eigenen Partei „Arminius-Bund“ aktiv, der der Verfassungsschutz NRW eine programmatische Nähe zur NSDAP attestierte. Gleichwohl fielen einzelne Vertreter des „Arminius-Bundes“ auch durch Sympathien für die AfD auf. (mik)