„Record Release“-Party mit „Bloody 32“

Von Horst Freires
28.11.2019 -

Am 7. Dezember soll auf einer sächsischen Bühne neben den extrem rechten Rappern „Prototyp“ und Chris Ares auch die Rechtspopulistin Julia Juls auftreten.

„Bloody 32“ aus Cottbus bietet gleichgesinnte Mitstreiter auf; (Screenshot)

Im Vergleich zum Rechtsrock sind die rechten Rapper in der öffentlichen Wahrnehmung eher als Randerscheinung anzusehen. Dennoch finden sie in der rechten Szene ihren Zulauf, gerade auch durch ein Mischszenenpublikum aus dem Bereich identitärer Aktivisten, ultranationalistischer Burschenschaftler, Wutbürger, Fußball-Hooligans und gewaltbereiten nationalistisch offenen Macho-Fanatikern. Solche Klientel soll am 7. Dezember irgendwo in Sachsen bedient werden, wenn „Bloody 32“ aus Cottbus gleichgesinnte Mitstreiter aufbietet.

Anlässlich der Präsentation eines neuen Albums mit dem vieldeutigen Titel „Zeitzeuge“ kündigt er zum einen Julia Juls von der rechtspopulistischen Gruppierung „Kandel ist überall“ an, mit der er bereits zusammen zum Mikro gegriffen hat. „Bloody 32“ gilt als verankert in der rechten Cottbuser Fußball-Fanszene.

Verbindungen zur „Identitären Bewegung“

Außerdem soll „Prototyp“ (bürgerlich Kai Alexander Naggert) aus dem nordrhein-westfälischen Wesel auftreten. Dieser hat Verbindungen zum personellen Umfeld des neurechten Möchtegern-Lifestyle- und Yuppie-Magazins „Arcadi“, in dem der AfD-Politiker Yannick Noé aus Leverkusen redaktionell den Ton angibt. Naggert vertritt das virtuelle Aktionsformat und Medienprojekt „Ruhrpott Roulette“ der „Identitären Bewegung“ und kann auf eine Zusammenarbeit mit Chris Ares aus dem Allgäu blicken, der eigentlich Christoph Aljoscha Zloch heißt. So verwundert es also nicht, dass Letzterer ebenfalls beim Konzert am 7. Dezember dabei sein soll.

Ares schaffte es mit seinem Titel „Neuer Deutscher Standard“, herausgegeben über das ans „Arcadi“-Magazin angekoppelte Label „Arcadi Musik“, in diesem Jahr sogar auf die Spitzenplätze bei iTunes und in den Amazon-Charts. Der Verfassungsschutz in Bayern stuft Ares ganz eindeutig als rechtsextremen Musiker ein. „Bloody 32“ bewirbt das anstehende Konzert, für das rund 400 Tickets in den Umlauf gebracht werden sollen. Genauere örtliche Angaben über den Auftrittsort werden nicht gemacht, allerdings ist nicht auszuschließen, dass das Konzert wieder auf dem Areal der Gruppierung „Black Devils“ in Hoyerswerda stattfindet, weil genau dort „Bloody 32“ und Ares bereits am 9. März aufgetreten sind, unterstützt vom weiteren rechten Rapper „Komplott“ (Patrick Bass).

„Subversion Production“ als Vermarkter

In der Location hat es bereits mehrere Male Rechtsrock-Auftritte gegeben. Als Vermarkter für „Bloody 32“ tritt „Subversion Production“ aus Cottbus auf. Man bezeichnet sich in einer Selbstdarstellung als „neues patriotisches Label“. Weil der Zahlungsdienstleister Pay Pal vor wenigen Tagen das Bezahlkonto gesperrt hat, räumt man kleinlaut ein, dass es beim Album- und Ticketverkauf derzeit Komplikationen gibt.

Allen Rappern in der extrem rechten Szene ist inzwischen gemein, dass sie thematisch nicht mehr nur fremden- und speziell islamfeindliche Texte zusammenreimen. Mittlerweile haben auch antisemitische, geschichtsrevisionistische und verschwörungstheoretische Inhalte Platz in ihrem Liedgut gefunden.