Rechtsoffener „Streetpunk“ zum Nikolaus

05.12.2019 -

Berlin – Am Freitag wollen drei „Oi!“-Bands bei einem gemeinsamen Konzert in Berlin-Köpenick aufspielen.

„Streetpunk-Oi!“-Bands laden zum „Tanzteee“; (Screenshot)

Das Milieu von Konzerten mit „Streetpunk-Oi!“-Bands, die nicht unmittelbar der rechten Szene zuzuordnen sind, die sich aber auch nicht von rechten Kontakten distanzieren und in der Regel ihre anzuzweifelnde unpolitische Attitude hervorkehren, wird gerne als „Grauzone“ tituliert. Drei Bands aus diesem Genre haben sich zusammengetan und wollen am 6. Dezember in Berlin-Köpenick ein gemeinsames Konzert bestreiten.

Mit der dritten Auflage der Reihe „Tanztee“ werden auf einem im Internet verbreiteten Flyer die Berliner Combos „SchuldSpruch“ und „Bullenschubser“ sowie „Roials“ aus Dresden angekündigt. Die Initiative ging dabei von einem Bullenschubser-Bandmitglied aus. „SchuldSpruch“ verkürzt sein Bandlogo mit „SS“ und taucht es in die Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot. Eine unpolitische Haltung können die Berliner aber nicht für sich beanspruchen, benennen sie doch auf ihrem jüngsten Tonträger mit dem Stück „Schuld Bist Du“ im Kollektiv Linke, Grüne, SPD, FDP und CDU und fügen dazu noch den Titel „Die Presse Lügt“ hinzu.

„Bullenschubser“ gibt es seit 2009 und hat in der Skinhead-Subkultur auch keine Probleme, sich freundschaftlich mit rechts gerichteten Bands und Bandmitgliedern von „Schusterjungs“, „Prolligans“, „Kraft durch Froide“ oder „Punkfront“ zu zeigen oder an der Seite von „Condemned 84“ aus Großbritannien zu spielen. Die „Roials“ sind seit 1993 aktiv und traten bereits 2013 an der Seite der extrem rechten Band „Pitbullfarm“ (jetzt „Code 291“) aus Schweden sowie mit den „Schusterjungs“ auf. Ihre Alben werden über den rechtsextremen Versand Dim-Records aus Ebersdorf (Landkreis Coburg) vertrieben. (hf)