Rechtsextremer Kreis im Südwesten

09.01.2020 -

Am Sonntag ist an nicht näher bezeichnetem Ort im Saarland ein „überparteiliches Neujahrstreffen“ mit Referenten angekündigt.

Gesprächsrunden mit Vertretern aus verschiedenen rechtsextremen Parteien; (Screenshot)

Die seit Frühjahr 2018 meist in Rheinland-Pfalz, aber zuletzt auch gehäuft im Saarland stattfindenden Gesprächsrunden mit Vertretern aus verschiedenen extrem rechten Parteien und Gruppierungen erfahren eine Fortsetzung. Am 12. Januar will man sich zu einem Neujahrstreffen im Raum Saarlautern (Saarlouis)/Dillingen versammeln.

Als Referenten werden Wolfgang Thiel und Michael Dangel beworben. Thiel war zuletzt erst im Oktober 2019 an der Seite des Holocaust-Leugners Günter Deckert einer der Vortragenden. (bnr.de berichtete) Soll er thematisch zurückblicken und zu „Vor hundert Jahren: Roter Terror über Deutschland 1920“ sprechen, bedient Dangel den nach vorne gerichteten Blick. Dangels Thema lautet: „2020 – droht der totale Wirtschaftscrash?“ Der weit über seine Heimatstadt Heilbronn hinaus gut vernetzte Dangel war früher bei den Republikanern und der DVU aktiv. Er wird aktuell auch als Gast beim Lesertreffen der Zeitschrift „Recht &Wahrheit“ des Neonazis Meinolf Schönborn Anfang April in Nordthüringen aufgelistet. (bnr.de berichtete)

Dangel steht für die kommunalpolitische Wählervereinigung „WIR“ in Heilbronn. Bei ihrer Jahresabschlussveranstaltung am 16. November 2019 hatte WIR den Neonazi Frank Kraemer eingeladen, der als Mitglied der Rechtsrock-Band „Stahlgewitter“ und Kampfsportanhänger parteiübergreifend in der rechten Szene viel gefragt unterwegs ist. Schaut man sich die „WIR“-Homepage an, entdeckt man einen Schulterschluss mit dem als e.V. geführten Freundeskreis „Herz für Deutschland“ – der Name einer uralten NPD-Kampagne. (hf)