Rechtsextreme Gruppe? Razzia bei Bundeswehr-Reservisten

Von Michael Klarmann
10.09.2021 -

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt gegen Reservisten und Zivilangestellte der Bundeswehr wegen des Verdachts auf Bildung einer rechtsextremen Wehrsportgruppe.

Mehrere der Beschuldigten sind Reservisten der Bundeswehr, Symbolfoto: Nato, CC BY-NC-ND 2.0

Diesbezüglich fand am Mittwoch eine Großrazzia der Polizei statt, die sich gegen mehrere Beschuldigte richtete. Sie stehen im Verdacht, eine bewaffnete, rechtsextreme Gruppe gebildet zu haben. Laut Medienberichten wurden sieben Objekte in den Bereichen der Polizeidirektionen Lüneburg und Hannover, in Nordrhein-Westfalen – u.a. Detmold – und in Berlin durchsucht.

Die neun Beschuldigten sind laut Ermittler zwischen 37 und 53 Jahre alt. Sechs Beschuldigte sind Reservisten der Bundeswehr, gleichwohl waren nur vier Reservisten von den insgesamt sieben Hausdurchsuchungen betroffen. Die federführende Staatsanwaltschaft Lüneburg teilte mit, Festnahmen habe es nicht gegeben. Im Einsatz waren fast 200 Polizeibeamte und Spezialkräfte unter Leitung des Landeskriminalamts Niedersachsen.

Waffen und Munition beschlagnahmt

Beschlagnahmt wurden unter anderem Waffen, Waffenteile und Munition. Da einige der Beschuldigten derlei als Reservisten möglicherweise legal besitzen dürfen muss nun geprüft werden, ob die beschlagnahmten Dinge strafrechtlich relevant sind. Die Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ meldete, drei Beschuldigte seien überdies Zivilangestellte der Bundeswehr.

Erst zu Jahresbeginn hatte das antifaschistische „Recherche Kollektiv Ostwestfalen“ ein Dossier publiziert, wonach zum Teil leitende Bundeswehr-Reservisten aus dem Raum Bielefeld an rechtsextremen Demonstrationen oder solchen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen teilgenommen hatten. Teile der Personen traten in Kapuzenpullis mit dem Aufdruck „Division Ostwestfalen“ und in Armeekleidung auf.

„Division Ostwestfalen“ und die Bundeswehr-Reservisten

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe sollen zwei der Reservisten aus dem Raum Bielefeld im Februar indes ihre Mitgliedschaft im Reservistenverband gekündigt haben. Das teilte der Verband seinerzeit auf Anfrage dem WDR mit. Bielefeld liegt rund 30 Kilometer westlich von Detmold.

Erschienen in: Aktuelle Meldungen
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