Rechtsaffine Skin-Bands nicht mehr willkommen

Von Sebastian Lipp
03.01.2019 -

Ein für Ende in März in Mannheim geplantes Geburtstagskonzert mit den „Oi!ropern“ und „Southern Rebels“ hat der Veranstalter jetzt abgesagt.

Das geplante Geburtstagskonzert soll nun doch nicht stattfinden; (Screenshot)

Schwupp die wupp haut die Nazikeule zu“, beschwert sich der Veranstalter eines Konzertes Ende Dezember und sagt ein für den 29. März in Mannheim geplantes Geburtstagskonzert ab. Ursprünglich sollten zu „Kev's Birthday Bash #2“ die Bands „Oi!ropaer“ und „Southern Rebels“ auftreten. Auch eine „Überraschungsband“ war angekündigt. Doch vor Weihnachten kam es dann zu Beschwerden. Linke Gruppen warfen der Mannheimer Kneipe Tivoli vor, die Location für ein Rechtsrock-Konzert zur Verfügung zu stellen. Auch „Kev“, Veranstalter und Geburtstagskind, geriet unter Druck – und sagte das Konzert schließlich noch im Dezember ab.

Album bei „Subcultural Records“ erschienen

„Wir sind eine junge bühnenhungrige Oi-Punk Band aus dem schönen Sondershausen“, heißt es harmlos auf einer Website über die „Oi!ropäer“. (bnr.de berichtete) Allerdings erschien das jüngste Album von „Oi!ropäer“ beim Musiklabel „Subcultural Records“. Das Projekt versucht offenbar gezielt, eine sich als nicht-rechts verstehende Musikszene mit Neonazi-Bands zusammen zu bringen. Dahinter steht der Allgäuer Plattenproduzent Benjamin Einsiedler, der auch das einschlägige Neonazi-Label „Oldschool Records“ betreibt und zugleich als Führungsfigur der größten bayerischen Skinhead-Kameradschaft „Voice of Anger“ gilt. (bnr.de berichtete)

Auch die „Southern Rebels“ aus Landsberg am Lech gerieten in der Vergangenheit wegen ihrer Nähe zu „Subcultural Records“ in die Kritik. Einst posierten Bandmitglieder in Klamotten, die Solidarität mit Geflüchteten ausdrücken sollten und spielten in Jugendzentren. Doch unter dem Einfluss des Neonazi-Tarnlabels begann die Band mit und vor Rechtsradikalen aufzutreten. Innerhalb von Monaten wurden die Kontakte der „Southern Rebels“ in die rechtsextreme Szene so eng, dass sie im Oktober 2017 an einem im Geheimen organisierten Konzert zum 15-jährigen Jubiläum von „Voice of Anger“ mit rund 250 Neonazis teilnehmen durften. (bnr.de berichtete)

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