Rechtes Treiben auf der Buchmesse

Von Horst Freires
09.10.2019 -

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse sind wieder zahlreiche rechtslastige Verlage vertreten. Dabei ist erneut der neurechte Antaios-Verlag von Götz Kubitschek – diesmal ohne Versteckspiel.

Rechtslastiges Gedankengut auf der Frankfurter Buchmesse; Photo (Symbol): Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Die in wenigen Tagen ihre Tore öffnende Frankfurter Buchmesse kommt auch dieses Jahr nicht ohne rechtspopulistische und ultrarechte Verlage aus. Ein Blick in das Ausstellerverzeichnis zeigt aber, es sind weniger geworden. Auch diesmal hat sich Götz Kubitscheks Verlag Antaios wieder angemeldet – ganz ohne Versteckspiel wie noch im Vorjahr.

Der neurechte Verlag aus Schnellroda (Saale-Kreis) wollte seine Teilnahme im vergangenen Jahr bis zum letzten Moment verschleiern, inszenierte sogar einen PR-Coup, indem ein Verkauf an den neugegründeten Loci-Verlag in die Öffentlichkeit getragen wurde. All das erwies sich dann aber schnell als Fake-Story. Man fiel dann bei Protesten vor Ort durch dubiose eigene Security-Kräfte auf, die vor Handgreiflichkeiten nicht zurückschreckten. Offenkundig genoss Kubitschek als Vordenker und Stratege der Neuen Rechten dabei seine Rolle als „Bad Boy“.

Buchtitel von Alexander Gauland im Programm

Der Verlag, der auch einen schwunghaften Onlinehandel betreibt, listet unter seinen diesjährigen Veröffentlichungen auch drei zusammengefasste Vorträge von AfD-Chef Alexander Gauland auf, aber zum Beispiel auch einen Titel über Kindererziehungsthesen der in Schleswig-Holstein geborenen Philosophin Caroline Sommerfeld. Die in Wien lebende Autorin rechnet sich selbst der „Identitären Bewegung“ in Österreich zu. Sie wird übrigens im Rahmen der Reihe „Staatspolitischer Salon“ vom ebenfalls in Schnellroda ansässigen Institut für Staatspolitik (IfS) am 16. Oktober in Berlin bei der „Burschenschaft Gothia“ zu einer Buchvorstellung erwartet. Ein Termin, der aber weder vom IfS, noch von der Burschenschaft öffentlich beworben wird.

Ebenfalls mit einem Stand in Frankfurt dabei ist Philip Stein vom 2016 gegründeten Jungeuropa Verlag aus Dresden. Er gilt als ein Ziehsohn Kubitscheks, hat internationale Verbindungen, etwa zur kulturfaschistischen Bewegung „CasaPound“ in Italien. Kein Neuling in Frankfurt ist die Manuscriptum-Verlagsbuchhandlung unter Leitung von Thomas Hoof aus Lüdinghausen. Unter dem Manuscriptum-Dach laufen auch die Edition Sonderwege und der Landtverlag. Letzterer hat unter anderem zwei Buchtitel von Alexander Gauland im Programm. Manuscriptum bietet neuerdings auch dem offen mit der AfD sympathisierenden Leipziger Maler Axel Krause ein Zuhause, der Kuratoriumsmitglied der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung ist. Messeteilnehmer ist ebenso der Verlag der rechtslastigen Wochenzeitung „Junge Freiheit“ aus Berlin.

Österreichische Verlage wieder dabei

Aus Österreich zum wiederholten Mal dabei ist der Leopold Stocker-Verlag aus Graz, zu dem auch der Ares-Verlag zählt, der wiederum das ultrarechts verortete Magazin „Neue Ordnung“ unter Schriftleitung von Achim Lang herausgibt. In der langen Liste der Referenten bei Vortragsveranstaltungen der „Neuen Ordnung“ taucht für das Jahr 2016 auch Götz Kubitschek auf. Im Sortiment bei Ares finden sich Autoren wie Olaf Rose, Historiker im NPD-Umfeld, der Jurist und neurechte Autor Thor von Waldstein sowie der im vergangenen Jahr verstorbene Militärhistoriker Franz Uhle-Wettler, der sich bis zu seinem Tod kontinuierlich in geschichtsrevisionistischen Kreisen zu Wort meldete.

Laut Ausstellerliste ist in Frankfurt ebenso der österreichische Karolinger Verlag mit einem Stand vertreten. In dem Wiener Verlag finden sich Autoren wie der sich als Nationalrevolutionär verstehende und zeitweilig beim rechtsextremen „Deutschen Kolleg“ aktive Günter Maschke. Karolinger hat aktuell auch ein Buch von Michael Klonovsky, seit Februar 2018 persönlicher Referent des AfD-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Alexander Gauland, im Programm.