Rechtes Sammelbecken will aufmarschieren

Von Horst Freires
11.04.2019 -

Am Samstag soll in Gotha eine Demonstration unter dem Motto „Überfremdung stoppen! Unseren Kindern die Zukunft sichern!“ stattfinden. Für den „überparteilichen“ Aufzug wirbt vornehmlich die Thüringer NPD.

Das „Bündnis Zukunft Landkreis Gotha“ mobilisiert für einen Aufzug am Samstag; (Screenshot)

Eine Gruppierung, die sich „Bündnis Zukunft Landkreis Gotha“ (BZLG) nennt, mobilisiert seit geraumer Zeit zu einer Demonstration am 13. April in Gotha. Der Zusammenschluss, der 2014 erstmals auftauchte, lehnt sich offenbar an dem bekannteren „Bündnis Zukunft Hildburghausen“ (BZH) um den Neonazi und Gastwirt Tommy Frenck aus Kloster Veßra an. Der ausgewählte Name suggeriert dabei einen nach vorne gerichteten Blick und nicht etwa ewig gestriges Gedankengut.

Für den Aufmarsch „Überfremdung stoppen! Unseren Kindern die Zukunft sichern!“ am Samstag rührt vornehmlich die Thüringer NPD die Werbetrommel, spricht dabei von einem „überparteilichen“ Aufzug. Angekündigt werden insgesamt fünf Redner, darunter drei hochrangige Funktionäre der Nationaldemokraten. Neben der Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im Herbst Antje Vogt, die auf der NPD-Europawahlliste Platz acht einnimmt, sollen der Europawahlkandidat (Platz vier) und Bundesorganisationsleiter Sebastian Schmidtke sowie das für Öffentlichkeitsarbeit zuständige NPD-Bundesvorstandsmitglied Baldur Landogart, bürgerlich Tobias Schulz, Reden halten.

Auch Redner von „Thügida“ und „Die Rechte“

Ebenfalls als Redner angekündigt wird Dieter Riefling, der als Listenkandidat Nummer vier für „Die Rechte“ bei der Europawahl kandidiert. Schließlich wird mit Alexander Kurth, ehemals NPD und „Die Rechte“, einer der führenden Köpfe der rechtsextremen „Thügida“-Gruppe beworben. Kurth griff erst erst am 6. April vor rund 200 Neonazis bei einem Fackelmarsch durch Magdeburgs Innenstadt zum Mikro. Initiiert worden war der Marsch von einer zunächst unscheinbar klingenden Gruppe „Bürgerinitiative Magdeburg“, wobei man auch thematisch mit dem Begriff Kinder-Zukunft punkten wollte. 

Anders als das BZH mischt das BZLG parlamentarisch nicht in der Kommunalpolitik mit, was auch daran liegt, dass im Landkreisgremium die NPD mit zwei Mandatsträgern und in Gotha selbst mit einem Abgeordneten vertreten ist. Als einer der Aktivisten aus dem Umfeld des BZLG gilt Marco Z., der langjährig in der Region in der rechten Szene verankert ist.