Rechter Schulterschluss pro „Pegida“

27.02.2018 -

Mönchengladbach – Am 10. März soll es in Mönchengladbach eine Neuauflage lokaler „Pegida“-Aufmärsche geben

Rechter Aufmarsch in Mönchengladbach am Totensonntag 2016; Photo (Archiv): M.K.

Seit geraumer Zeit wirbt die örtliche „Bürgerbewegung – Wir sind das Volk“ für die Kundgebung im Stadtteil Odenkirchen, Motto: „Gerechtigkeit für Deutschland!“ Hinter dieser „Bürgerbewegung“ stand anfangs ein Verein in Gründung. Drei der vier designierten Vorstandsmitglieder sind dabei in den sozialen Medien dadurch aufgefallen, weil sie Inhalte von AfD bis NPD verbreitet haben. Hinzu kam Propaganda aus dem Hooligan- und verschwörungsideologischen „Reichsbürger“-Milieu. Ähnliche Inhalte wurden auch über die offizielle Facebook-Seite der „Bürgerbewegung“ verbreitet und diskutiert.

Mitte Februar war eine zuvor beworbene Kundgebung mangels Zuspruch durch die selbst ernannte „Bewegung“ enttäuscht wieder abgesagt worden. Flankiert von lokalen Aktivkadern will man nun dennoch aufmarschieren. Die Polizei bestätigte der „Rheinischen Post“, dass eine entsprechende Anmeldung vorliege. Unterdessen erfährt die „Bürgerbewegung“ zudem Unterstützung durch rechtspopulistische bis neonazistische Facebook- und Webseiten. Elektrisiert von rechten Aktionen in Kandel und Cottbus sowie dem AfD-nahen Frauenmarsch in Berlin versuchen die Organisatoren nun, daran anzudocken und Mitstreiter aus ganz Deutschland zu finden.

„Widerstand jetzt wieder da“

Offenbar soll es daher nun am 10. März nicht nur eine Kundgebung, sondern ebenso einen Aufmarsch durch Mönchengladbach-Odenkirchen geben. Offiziell unterstützt seit dem Wochenende nun auch der Mitbegründer der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa), Dominik Roeseler, diese „Bürgerbewegung“. In einem Werbevideo setzt der Ratsmann und ehemalige „pro NRW“-Funktionär die Aktion in eine Traditionslinie mit HoGeSa und „Pegida“. Roeseler sagt, man werde nun auch in Mönchengladbach wieder „voll angreifen“. Der „Widerstand“ sei „jetzt wieder da“ und man „sammele“ sich wieder „mit neuen Kräften“.

Roeseler gibt in dem Video ferner zu Protokoll, dass auch die neonazistisch geprägte Initiative „Mönchengladbach steht auf“ von Simone H. hinter der neuen Aktion stehe. H. war seit dem Aufkommen der „Pegida“-Welle für eine Reihe rechtsextremer Aufmärsche in Mönchengladbach verantwortlich. In deren Umfeld kam es mehrfach zu Angriffen auf Gegendemonstranten durch rechtsradikale Hooligans. Die Serie jener Aufmärsche war am Totensonntag 2016 vorerst beendet worden, als H. gemeinsam mit der NPD einen Aufmarsch organisiert hatte. (bnr.de berichtete) (mik)

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