Rechter Aufzug mit Schweineköpfen

14.05.2019 -

Mönchengladbach – Der rechtsextreme Verein „Mönchengladbach steht auf“ ruft zu einem Aufmarsch gegen Salafisten und Islamisten auf.

Kundgebungsankündigung mit Schweineköpfen; (Screenshot)

Stattfinden soll dieser am 2. Juni im Stadtteil Rheydt, als Motto wird die Parole „Wir wollen keine Salafisten; nicht in Mönchengladbach, nicht in Deutschland“ verbreitet. Auf einer Grafik, mit der man zuerst für den Aufmarsch geworben hatte, waren hinter dem Wort Salafisten kleine Schweinsköpfe montiert. Meint wohl angesichts einer älteren Parole aus dieser Szene: „Wir wollen keine Salafisten-Schweine!“ Angekündigt wurde zudem ein Spanferkel-Grillen vor einer Moschee. Besagte Grafik wurde nach ersten Veröffentlichungen indes rasch wieder aus den entsprechenden Aufrufen bei Facebook gelöscht.

Chef von „Mönchengladbach steht auf“ ist Dominik Roeseler, Ex-Funktionär von „pro NRW“ und Mitgründer der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa), zugleich Ratsmann in der Stadt am Niederrhein. Als die neonazistisch geprägte Initiative „Mönchengladbach steht auf“ sich Mitte 2018 auflösen und keine weiteren rechtsextremen und fremdenfeindlichen Aufmärsche mehr organisieren wollte, hatte Roeseler die Initiative an sich genommen und später mit Mitstreitern einen Verein gleichen Namens gegründet. 

Mehrfach „Pulse of Europe“-Kundgebungen gestört

„Mönchengladbach steht auf“ und Roeseler präsentierten sich schon im Spätherbst 2018 als „Gelbwesten“, kopierten also angesichts des medialen Hypes in Frankreich deren Outfit und Teile der Aktionsformen. Der lose Vorläufer des Anfang 2019 dann offiziell gegründeten Vereins war somit in Deutschland auch der Vorreiter einer Entwicklung, die rechte bis rechtsextreme Aktivisten kurz darauf bundesweit aufgriffen. (bnr.de berichtete) Parallel dazu hielt Roeseler eine offen rechtsextreme Demonstration zum Schutze der AfD ab. (bnr.de berichtete) Er war auch an der Gründung der Initiative „Gelbwesten Mönchengladbach“ als eigenständiges Bündnis beteiligt, das fortan mehrere Versammlungen abhielt.

Die „Gelbwesten Mönchengladbach“ waren geprägt von Fremdenfeinden, Verschwörungsgläubigen, Rechtsradikalen und Rechtsextremen sowie einem bekennenden „Reichsbürger“ aus dem benachbarten Jüchen. Vereinzelt mischten auch Vertreter der AfD und der rechtsradikalen und fremdenfeindlichen „Patrioten NRW“ aus dem westlichen Rheinland mit. Zweimal marschierten die „Gelbwesten Mönchengladbach“ gegen Kundgebungen von „Pulse of Europe“ in Mönchengladbach auf und störten diese teils mit lauter Musik und lauten Redebeiträgen. Einer der Protagonisten war dabei: Roeseler.

Edwin Wagensveld als Redner angekündigt

Vergangenen Freitag haben die „Gelbwesten Mönchengladbach“ offiziell mitgeteilt, dass sie ihre regelmäßigen Versammlungen am jeweils ersten Sonntag wegen Erfolglosigkeit einstellen. Lediglich rund 20 bis 35 Personen hatten immer an den Aufmärschen teilgenommen. Schon vier Tage später hieß es dann gestern Abend von „Mönchengladbach steht auf“, dass man am 2. Juni – also erneut am ersten Sonntag im Monat und zur selben Zeit wie die „Gelbwesten“ zuvor – besagten Aufmarsch gegen eine Moschee und Salafisten in Rheydt abhalten will. Als Redner angekündigt werden Edwin Wagensveld („Pegida Nederland“) und Roeseler.

Anders als bei den schwach besuchten und durch teils dubiose und langatmige Redebeiträge geprägten Versammlungen der „Gelbwesten“ will man nun abermals auch erneut rechtsradikale bis rechtsoffene Hooligans mobilisieren. (mik)