„Patriotische Oppositionsbewegung“

26.10.2020 -

Die AfD bekommt Konkurrenz von rechts – der frühere AfD-Funktionär Holger Arppe will in Mecklenburg-Vorpommern eine Vernetzungsplattform für „lokalen Widerstand“ aufbauen.

Mitstreiter für den „Aufbau einer lokalen Oppositionsbewegung“ gesucht; (Screenshot)

Mit der selbst ernannten Vernetzungs- und Kampagnenplattform „Küstenwende“ taucht in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Name unter Gruppierungen und Initiativen aus dem rechten Spektrum auf. Hinter dem aus Güstrow gesteuerten Projekt, das an die der „Identitären Bewegung“ nahe stehenden Kampagne „Ein Prozent für unser Land“ um den Verleger Philip Stein erinnert, verbirgt sich Holger Arppe. Der 47-Jährige verortet sich inzwischen als Konkurrenz zur im Nordosten in zwei Lager zerstrittenen AfD. 2014 war Arppe einst Landessprecher der AfD und zog 2016 für die Partei in den Schweriner Landtag ein.

Nachdem 2017 Berichte über rassistische, sexistische und gewaltverherrlichende Chats des Rechtsaußen-Politikers kursierten, verließ er zunächst die AfD-Fraktion, ehe die Partei ihn 2018 dann rechtskräftig aus ihren Reihen ausschloss. Ende November 2019 wurde Arppe noch auf einer Zusammenkunft der mittlerweile nach eigener Beteuerung aufgelösten völkischen AfD-Strömung „Flügel“ auf Rügen angetroffen.

Graswurzelbewegung für die rechte Sache

Mittlerweile sucht Arppe über die Initiative „Küstenwende“ neue Mitstreiter, doch das Interesse hält sich nach bisheriger Wahrnehmung ziemlich in Grenzen. Das Projekt wird auf der eigenen Homepage als Organisation für „lokalen Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern“ bezeichnet. Mit dem Ziel, eine Art Graswurzelbewegung für die rechte Sache zu schaffen, soll nach eigenen Worten der „Aufbau einer lokalen Oppositionsbewegung“ im Mittelpunkt stehen. Daneben versteht man sich als „patriotischer Aktivierungsmotor“. Zur Verbreitung von entsprechendem Handwerkszeug und Gedankengut werden von Arppes Seite Schulungen und Stammtische angeboten. Eine solche Zusammenkunft soll am 30. Oktober in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden. Der genaue Ort am Freitag wird Interessierten erst nach persönlicher Anmeldung mitgeteilt. Momentan stellt sich das neue Arppe-Vorhaben als „One-Man-Performance“ dar, denn Unterstützer werden nicht benannt, obwohl bei der Eigendarstellung mehrfach von „wir“ gesprochen wird. (hf)