„Patrioten“ und Hooligans in Aktion

Von Michael Klarmann
15.06.2017 -

Am Sonntag findet im niederländischen Enschede nahe der Grenze zu Deutschland ein Pegida- und HoGeSa-ähnlicher Aufmarsch statt. Auftreten soll auch die Bremer Band „Kategorie C“ (KC).

Martialisches Hool-Spektakel am Sonntag; (Screenshot)

In den Niederlanden und Deutschland wird zur Teilnahme an der zentral im Stadtzentrum stattfindenden Versammlung mobilisiert. Diese soll am 18. Juni um 14.00 Uhr beginnen, als Organisatoren werden auf entsprechenden Ankündigungen „Pegida Nederland“ mit Unterstützung durch die „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) genannt. In Deutschland werben unter anderem der HoGeSa-Mitbegründer Dominik Roeseler aus Mönchengladbach sowie die von diesem mitverantwortete Facebook-Seite „Deutsche Patrioten“ für den Aufmarsch. Rechtsextremisten und Hooligans aus Nordrhein-Westfalen wollen dabei offenbar laut einer internen Info gemeinsam zwischen 9.00 und 11.00 Uhr über die Bahnhöfe in Mönchengladbach, Duisburg, Essen und Recklinghausen per Bahn anreisen.

Als Redner angekündigt wird Edwin Wagensveld, der unter dem Namen „Ed aus Utrecht“ in der Vergangenheit regelmäßig auf Pegida-Versammlungen und anderen rechten Aufzügen auch in Deutschland aufgetreten ist. Angekündigt werden ferner zwei führende Vertreter der rechtsextremen Organisation „Britain First“, Paul Golding und Jayda Fransen.

„Festung Europa“ mit dabei

Die Partei ist unter anderem für islamfeindliche Aktionen in Großbritannien bekannt. Der Extremist, der im Juni 2016 die Labour-Abgeordnete Jo Cox ermordete, hatte während der Bluttat „Britain First“ gerufen. Auf variierenden Ankündigungen werden via Internet zudem Vertreter von „Festung Europa“ beziehungsweise „Fortress Europe“ für Sonntag angekündigt.

Die Bremer Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ (KC) hat mit dem gleichnamigen Song den Soundtrack für die „Hooligans gegen Salafisten“ abgeliefert. Sie trat mehrfach bei HoGeSa-Aufmärschen oder ähnlichen Versammlungen in Deutschland auf.  In Köln kam es im Oktober 2014 zu massiven Ausschreitungen. In der rechtsextremen Szene kursieren Videos aus Deutschland, die zur Teilnahme an dem Aufmarsch am 18. Juni in Enschede aufrufen und den Eindruck erwecken wollen, dass es sich um einen weiteren Aufmarsch in der Tradition der HoGeSa handeln wird.

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