NSBM-Event in Tschechien

Von Horst Freires
12.07.2017 -

Die braune Blackmetal-Szene (NSBM) hat eine sich jährlich wiederholende Festivalreihe im Fokus. Am Samstag trifft sie im tschechischen Nyrsko wieder zusammen.

Eternal Hate“-Fest in 15. Auflage; (Screenshot)

Im tschechischen Nyrsko findet am 15. Juli das „Eternal Hate“-Fest in seiner mittlerweile 15. Auflage statt. Mit dabei sind auch Bands aus Deutschland. Dementsprechend kalkulieren die Veranstalter mit einem erheblichen Zulauf deutscher Besucher.

Die sehr heterogen aufgestellte Blackmetal-Szene grenzt sich dabei nicht immer entschlossen von der seit Jahren eingesickerten NSBM-Richtung ab. Nicht alle Musikbeiträge in Nyrsko sind dem NSBM-Genre zuzuordnen, doch einschlägige Bands wie „Graveland“ aus Polen oder „Sekhmet“ aus Tschechien sind trotz teilweise gegenteiliger Beteuerungen diesbezüglich klar orientiert. Für alle Bands gilt, dass sie ein martialisches Outfit bevorzugen. Etliche Shows sind zudem von Gewalt und Gewaltverherrlichung geprägt.

Werbung für „Sekhmet“-Konzert in Erfurt

Als Eröffnungsband wird für Samstag „Drudensang“ aus Bayern vermeldet. Diese beschäftigen sich zwar mehr mit Misanthropie und Brauchtum, traten allerdings schon einige Male zusammen mit „Permafrost“ auf, die vom Verfassungsschutz zum rechtsextremen Musikmilieu gerechnet werden und im Vorjahr beim „Eternal Hate“-Festival auf der Bühne standen. „Drudensang“ hat einen Tonträger über die als Verein agierende Pesttanz Klangschmiede aus Mertendorf im Burgenlandkreis veröffentlicht.

Als weitere deutsche Gäste werden „Askeregn“ aufgeboten, ein mittlerweile Thüringer Projekt, das eigentlich solo, aber gerade auch bei Live-Auftritten mit verschiedenen Gastmusikern arbeitet, darunter auch welche von „Permafrost“ und „Sekhmet“. Aktuell betreibt „Askeregn“ auch Werbung für ein geplantes „Sekhmet“-Konzert am 28. September in Erfurt.

2015 war „Blutsturm“ aus dem Raum Dresden als deutsche Band beim „Eternal Hate“-Treffen. Zu deren Liedgut zählt beispielsweise das Stück mit dem Titel „Endreich Holocaust“. In einem Festivalbericht nach dem Gig hieß es vielsagend: „Im Ausland kann man (…) auch schon mal eine Cover-Version bringen, welche auf unserem verpesteten Breitengrad gar nicht gerne gehört wird.

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