NPD-Liedermacher bei „pro NRW“

16.01.2017 -

Leverkusen – Im Kampf gegen die eigene Bedeutungslosigkeit drängt die rechtspopulistische Kleinpartei „pro NRW“ immer weiter nach rechtsaußen. Beim Neujahrsempfang der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ trat der Neonazi-Barde Frank Rennicke auf.

Hetzautor Pirincci und NPD-Liedermacher Rennicke als „Stargäste“ bei „pro NRW“; (Screenshot)

Rennicke war einer der beiden „Stargäste“ von „pro NRW“ bei der Veranstaltung am Sonntag im Schloss Morsboich in Leverkusen. Eine Dreiviertelstunde lang durfte der 52-jährige ehemalige Bundespräsidentenkandidat der NPD die „lieben Freunde“, wie er sein Publikum nannte, unterhalten. Am Tag zuvor war er in einem Rahmen aufgetreten, wo man ihn bisher eher vermuten konnte: beim Neujahrsempfang der saarländischen NPD in Saarbrücken.

Der Auftritt des Mitbegründers des 2008 verbotenen „Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocausts Verfolgten“ bei der nordrhein-westfälischen Regionalpartei „pro NRW“ konnte zuletzt nicht mehr wirklich überraschen. In ihrem Vorstand arbeiten mit Geschäftsführer Thorsten Crämer, Schriftführer Andreas Lange und dem Beisitzer Timo Pradel drei Neufunktionäre mit, die sich zuvor bei der NPD einen Namen gemacht hatten. Eng sind auch die Kontakte von „pro NRW“-Chef Markus Beisicht zu Ariane Meise, die als stellvertretende Vorsitzende der NPD in Nordrhein-Westfalen fungiert und auch dem Bundesvorstand ihrer Partei angehört.

„Stargast“ Pirincci auch „Zugpferd“ von „pro Köln“

Als zweiten „Stargast“ präsentierte „pro NRW“ in Leverkusen den nach weit rechtsaußen abgedrifteten, ehemaligen Krimi-Autor Akif Pirincci aus Bonn. Er wurde offenbar erst in den letzten Tagen für die Veranstaltung engagiert. Das dürfte man wiederum bei der mit „pro NRW“ verfeindeten „Bürgerbewegung pro Köln“ als Affront auffassen, die ihrerseits mit dem Slogan „Pirincci kommt!“ für eine Veranstaltung am kommenden Sonntag wirbt und nun registrieren muss, dass ihr Zugpferd zunächst bei der Konkurrenz zu Gast war. (bnr.de berichtete)

Derweil hat die durch Austritte und Abspaltungen geplagte Partei „pro NRW“ mit einem weiteren Problem zu kämpfen: Ihr (Noch-)Generalsekretär Christopher von Mengersen hat zum Jahresende sein Mandat im Bonner Stadtrat niedergelegt und lebt mittlerweile in Wien. Dort hat er im FPÖ-nahen Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) eine neue politische Heimat gefunden. (rr)

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