NPD-„Jahresauftakt“ mit „Lunikoff“

Von Horst Freires
27.12.2018 -

Die NPD startet mit einer Veranstaltung ins neue Jahr. Am 5. Januar lädt die Partei zum Wahlkampfauftakt für die Europawahlen ins hessische Büdingen. Neben dem politisch gespickten Teil des Treffens soll der Abend mit Rechtsrock ausklingen.

NPD: Politische Veranstaltung mit Hassmusik zum Jahresbeginn; (Screenshot)

Obwohl die NPD noch gar nicht ausreichend Unterstützungsunterschriften für einen Wahlantritt am 26. Mai beisammen hat – die noch bis zum 4. März vorgelegt werden können –  startet sie am 5. Januar mit einer Veranstaltung im hessischen Büdingen zum Wahlkampfauftakt. Es geht um den Wiedereinzug in das ansonsten von der Partei mit Argwohn betrachtete politische Gremium der EU. Dort ist der abermalige Spitzenkandidat Udo Voigt der einzig noch verbliebene Parlamentsabgeordnete der NPD oberhalb von Kommunalmandaten. Er gehört auch zu den beim Neujahrsempfang in Büdingen angekündigten Rednern. Außerdem soll neben anderen Parteichef Frank Franz dort sprechen. Musikalisch untermalt wird die Zusammenkunft am 5. Januar vom braunen Barden Frank Rennicke.

Im Anschluss sollen nach dem politisch gespickten Teil des „Jahresauftakts“ dann drei Bands Rechtsrock unter dem Schutzmantel des Parteienprivilegs auf die Bühne bringen. Dafür sind „Die Lunikoff-Verschwörung“ aus dem Großraum Berlin, die im Umfeld des international agierenden „Blood&Honour“-Netzwerks agierende und seit 1995 aktive Combo „Oidoxie“ aus Dortmund mit Sänger Marko Gottschalk sowie die vom Verfassungsschutz Baden-Württemberg in der Region Karlsruhe verortete Combo „Germanium“ vorgesehen.

Parteiveranstaltungen in der Stadthalle nicht mehr erlaubt

Büdingen ist nicht das erste Mal Anlaufpunkt für die NPD. Seit der Kommunalwahl 2016 haben die Nationaldemokraten im Rathaus vier Mandate inne. Aushängeschild dabei ist der Stadtverordnete Daniel Lachmann, seit dem Frühjahr auch hessischer Landesvorsitzender. Als Spitzenkandidat der Landtagswahlen in Hessen im Oktober kassierte er allerdings eine deftige Schlappe. Nur 0,2 Prozent der Stimmen schaffte man unter seiner Regie.

2017 führte die örtliche NPD-Fraktion bereits einen Neujahrsempfang mit dem Parteivorsitzenden Franz als Gastredner statt. 2018 zeigte die rechtsextreme Partei zweimal größere Präsenz in der Stadt des Wetterau-Kreises. Nach einem regionalen Neujahrsempfang fand zuletzt auch im November der NPD-Bundesparteitag mit Aufstellung der Europawahlliste dort statt.

Immer wieder versammelte sich die NPD in der Stadthalle. Das wird künftig nicht mehr möglich sein. Parteiveranstaltungen sind dort in Zukunft nämlich nicht mehr erlaubt. Eine entsprechende Änderung der Benutzungsordnung soll erfolgen. Das hat das Stadtparlament am 12. Dezember mehrheitlich beschlossen.

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