NPD-Events zur Europawahl

Von Horst Freires
19.03.2019 -

Die NPD intensiviert bei schmalem Budget und nur begrenzten personellen Ressourcen gerade ihre Wahlkampfaktivitäten im Hinblick auf den Urnengang zum EU-Parlament am 26. Mai.

Die NPD garniert ihre Wahlkampfveranstaltungen mit Rechtsrock; Photo (Symbol): Otto Belina

Für den 6. April wird im Raum Goslar unter dem Wahlkampfmotto „Festung Europa“ eine Saalveranstaltung beworben. Neben diversen Redebeiträgen soll es auch eine musikalische Liedermacher-Begleitung geben. Das Wort ergreifen sollen laut Ankündigung der Spitzenkandidat und jetzige Europaabgeordnete Udo Voigt, der stellvertretende Bundesvorsitzende Thorsten Heise, der Bundesorganisationsleiter Sebastian Schmidtke sowie als regionaler Vertreter der Braunschweiger Sebastian Weigler, Vorsitzender des erst vor etwas mehr als einem Jahr gegründeten Landesverbandes Nord der „Jungen Nationalisten“. Für einen abschließenden Liederabend sind vorgesehen „Fylgien“ (Sebastian Döhring) sowie „Tobias“, bei dem es sich um den Thüringer Tobias Winter handelt, der auch schon mal unter dem Pseudonym „Bienenmann“ auftritt.

Einen weiteren zentralen Termin der Partei bildet der 1. Mai. Da soll es dann einen Aufmarsch in Dresden geben. Dieser ist zudem der Tatsache geschuldet, dass in Sachsen datumsgleich mit der Europawahl auch Kommunalwahlen stattfinden und dazu am 1. September außerdem noch Landtagswahlen anstehen. Die erst im vergangenen Herbst von Sebastian Schmidtke geplanten und angemeldeten Aufzüge für 1. Mai in Frankfurt/Main und Hanau wurden inzwischen aber wieder abgesagt.

Abschlusskundgebung mit Rechtsrock

Der diesjährige so genannte „Eichsfeldtag“ am 18. Mai wird seit wenigen Tagen als Abschlusskundgebung für die Europawahlen beworben. Veranstaltungsort dafür ist wie bereits in den Jahren zuvor das thüringische Leinefelde. Organisator ist auch für die mittlerweile neunte Auflage des Events unter diesem Namen Thorsten Heise. Dabei handelt es sich um ein Rechtsrock-Open Air, garniert mit politischen Reden.

Auf der Rednerliste stehen neben Heise und Udo Voigt bisher auch Baldur Landogart, bürgerlich Tobias Schulz, der bei seinen öffentlichen Auftritten meist nur in Trachtenjacke zu sehen ist und als Chefredakteur des Neonazi-Magazins „Werk Kodex“ agiert, sowie die NPD-Kommunalpolitikerin Antje Vogt aus dem Wartburgkreis, zugleich Spitzenkandidatin der Partei für die Thüringer Landtagswahl im Herbst.

„Oidoxie“, „Faust“ und „Brigade 88“ auf der Bühne

Beim musikalischen Teil des Events am 18. Mai sollen die drei Neonazi-Bands „Oidoxie“ aus dem Großraum Dortmund um Sänger Marko Gottschalk, die laut Verfassungsschutz in Hessen ansässige Combo „Faust“, deren Mitglieder auch bei NSBM-Bands wie „Nordglanz“ oder „Camulos“ mitwirken, sowie „Brigade 88“ auf der Bühne stehen. Letztere haben ihren jüngsten Tonträger bei „Das Zeughaus“ herausgebracht. Der Betreiber Jens H. hat sich erst vor einem halben Jahr in einem ehemaligen Gasthaus im Landkreis Hof niedergelassen, worüber gerade ein Rechtsstreit bezüglich eines kommunalen Vorkaufrechts ausgetragen wird. Bei „Brigade 88“, die einen Titel namens „Themar“ in ihrem Repertoire haben, bezogen auf die thüringische Gemeinde, in der bereits mehrere Rechtsrock-Events stattgefunden haben, gibt es personelle Überschneidungen mit der Band „Randgruppe Deutsch“.

Das Drumherum um den „Eichsfeldtag“, der in den vergangenen Jahren zahlenmäßig vergleichsweise dürftig besucht war, ist dabei identisch mit ähnlichen Veranstaltungen. So sollen sich auf dem umzäunten Gelände abermals Info- und Verkaufsstände befinden, dazu eine Kinderbespaßung unter anderem mit einer Hüpfburg. So ist es zumindest dem von Heise und Co. verbreiteten Werbeflyer zu entnehmen.