Neuer NPD-Landeschef im hohen Norden

29.10.2020 -

Auf einem Parteitag in der Neumünsteraner Szene-Kneipe „Titanic“ hat die NPD in Schleswig-Holstein den Ratsherrn Mark Michael Proch als Landesvorsitzenden gewählt.

NPD-Kommunalpolitiker ist jetzt Landeschef; (Symbol, Screenshot)

Die NPD in Schleswig-Holstein hat laut eigener Berichterstattung einen neuen Landesvorsitzenden gewählt. Für Ingo Stawitz aus Uetersen, der künftig dem Landesvorstand nur noch als Beisitzer angehört, übernimmt Mark Michael Proch die Regie an der Spitze des Landesverbandes.

Der Ratsherr aus Neumünster wurde auf einem Landesparteitag in seiner Heimatstadt gewählt. Er ist zugleich Bundesvorstandsmitglied und im Vergleich zu Stawitz der mittlerweile weitaus umtriebigere Parteiaktivist im Land zwischen Nord- und Ostsee. Prochs Stellvertreter sind Ralf Schmalle, Kreisvorsitzender in Nordfriesland, und Partei-Urgestein Jörn Lemke aus Lübeck. Schmalle agiert dabei als Medienbeauftragter der Landespartei.

„Wut aus Liebe“ im Landesvorstand

Vervollständigt wird der neue Landesvorstand nach Parteiangaben neben Stawitz mit den drei weiteren Beisitzern Karin Mundt, auch bekannt als rechte Liedermacherin „Wut aus Liebe“, Steven Trapke, der im Raum Elmshorn Aktivisten unter dem Namen „Deutsche Patriotische Gemeinschaft“ (DPG) um sich schart, und Thomas Krüger.  Letzter weist Kontakte zu diversen rechten Gruppierungen im Raum Kiel, Neumünster, Bad Segeberg auf, war seinerzeit an der Seite vom früheren NPD-Landesvorsitzenden Peter Borchert anzutreffen  nahm und im vergangenen Jahr Verbindung zum Personenkreis des selbst ernannten „Aryan Circle“ um Bernd Tödter auf.

Der Parteitag fand wie schon etliche Parteisitzungen in der Kneipe „Titanic“ statt, langjähriger Anlaufpunkt der rechten Szene, was nicht von ungefähr kommt, ist dort doch Horst Micheel der Wirt. Er bildet mit Proch als zweiter NPD-Abgeordneter eine Fraktion in der Neumünsteraner Ratsversammlung. (hf)