Neue Rechte zu Gast bei Burschenschaft

Von Horst Freires
11.02.2019 -

Am 23. Februar ist ein Vortrag des „Identitären“-Vormanns Martin Sellner bei der Burschenschaft „Markomannia Aachen“ in Greifswald angekündigt.

Auftritt des „Identitären“-Chefs Martin Sellner bei Greifswalder Burschenschaft „Markomannia Aachen“; (Screenshot)

Eine geplante Veranstaltung bei der der Burschenschaft „Markomannia Aachen“ in Greifwald lässt aufhorchen. Dort soll am 23. Februar das Vorzeige-Gesicht der „Identitären Bewegung“ Martin Sellner als Gastredner mit dem Thema „Europa zwischen Identität und Multikulti“ auftreten. Der Österreicher zählt auch für die vom Verfassungsschutz beobachtete deutsche „Identitäre Bewegung“ zu den Leitfiguren.

Ein Blick auf die Homepage der Burschenschaft verrät diesen Termin allerdings nicht. Er ist vielmehr über eine Mitteilung durch das neurechte Magazin und Verbreitungsportal „Sezession“ in Erfahrung zu bringen, Verlautbarungs- und Informationskanal des Instituts für Staatspolitik (IfS). Dies ist heimisch in Schnellroda (Saalekreis) und hat sich zu einer, Schaltzentrale der elitär eloquenten Neuen Rechten im deutschsprachigen Raum entwickelt. Neben den eigenen Veranstaltungsreihen namens Sommer- und Winterakademie werden vom IfS über das Jahr gestreut auch externe Einzelevents angeboten, die den Namen „Staatspolitischer Salon“ tragen.

„Staatspolitischer Salon“ mit Felix Menzel

Wissenschaftlicher Leiter des IfS ist Erik Lehnert, der am 25. Januar mit einem Referat bei der rechtslastigen Greifswalder Burschenschaft zugange war. Er war kurzfristig für Benedikt Kaiser eingesprungen und sprach zum Thema „Revolutionäre Realpolitik von rechts?“ Kaiser ist Publizist, der unter anderem für die Periodika „Tekos“ aus dem Hause der Deltastiftung in Belgien sowie für „Neue Ordnung“ des Ares-Verlages in Österreich schreibt. Er verfasst regelmäßig Beiträge für „Sezession“ und ist Mitarbeiter des Antaios-Verlages von Götz Kubitschek in Schnellroda. Er soll laut Mitteilung seinen Besuch bei „Markomannia Aachen“ in Greifswald noch im Laufe des Jahres nachholen. Die schlagende Verbindung gibt es nach eigener Darstellung seit 1987 in Greifswald.

Am 13. Februar lädt das IfS zu einem der besagten „Staatspolitischen Salon“-Termine mit dem neurechten Publizisten Felix Menzel nach Berlin ein. Dafür auserkoren wurde das Thema „Fachkräftesicherung ohne Masseneinwanderung“. Dazu wurde nach IfS-Angaben im eigenen Auftrag eine Studie von Felix Menzel angefertigt, der erstmals 2004 als Gründer des Organs „Blaue Narzisse“ im Spektrum der Neuen Rechten auftauchte und neben Kubitschek zu einem der meist gefragtesten Vordenker geworden ist.

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