Neonazis prangern SPD-Bürgermeister an

09.01.2020 -

Düsseldorf – Die braune Kleinstpartei „Die Rechte“ (DR) hat einen sozialdemokratischen Bürgermeister „geoutet“, der zum Schutz vor rechten Angriffen ein scharfe Waffe tragen möchte. Am Samstag wollen die Neonazis vor dessen Rathaus aufmarschieren.

Die Neonazi-Partei will am Samstag gegen einen SPD-Bürgermeister demonstrieren; (Screenshot)

Der SPD-Bürgermeister einer Kommune im Rheinland hatte zuvor einen Großen Waffenschein beantragt. Da er nach massiven Anfeindungen und Bedrohungen aus dem rechten Spektrum eine scharfe Waffe führen will und die zuständigen Behörden das ablehnen, muss über den Fall am 21. Januar am Verwaltungsgericht Düsseldorf entschieden werden. Nachdem das Verfahren Journalisten durch die Terminvorschau bekannt geworden war, berichteten Medien über den Fall – nannten indes weder den Namen noch die Stadt.

„Schützt Nationalisten und Patrioten“

Nach zahlreichen Medienberichten wollten Neonazis der DR schon bald herausgefunden haben, dass es sich bei dem Bürgermeister um einen Sozialdemokraten einer Stadt im westlichen Nordrhein-Westfalen handelt. In Berichten auf Homepages der Partei und ihr nahestehenden Portalen wurde auch dessen Namen publiziert. Seitdem geistern diese Angaben durch die sozialen Medien, durch Szene-Chats und ist in den Kommentarspalten auf rechten bis rechtsextremen Blogs und Portalen zu finden.

Gestern Abend teilten der lokale DR-Stützpunkt sowie der nordrhein-westfälische DR-Landesverband mit, man werde am 11. Januar am Rathaus besagter Kleinstadt aufmarschieren. Motto der Kundgebung: „Waffenbesitzverbot statt Waffenschein: Bewaffnung von […] stoppen!“ Gefordert wird: „Schützt Nationalisten und Patrioten […]“ Geoutet habe man den Bürgermeister, weil er „um Aufmerksamkeit bettelt, [daher] soll er sie gerne von unserer Partei bekommen!“ (mik)