Neonazi Krolzig erneut angeklagt

05.11.2019 -

Dortmund – Der Online-Shop des Zeitungsprojektes „N.S. Heute“ ist seit Dienstagnachmittag offline. Grund soll eine Anklageschrift gegen den Herausgeber Sascha Krolzig sein.

Die Neonazi-Zeitung „N.S. Heute“ steht im Visier der Justiz; Photo (Archiv): Otto Belina

Der Vorsitzende der Neonazi-Kleinstpartei „Die Rechte“ (DR), Krolzig, fungiert als „Schriftleiter“ der Zeitung. Er war kürzlich erst wegen Volksverhetzung und Beleidigung zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Bielefeld sah es als erwiesen an, dass er den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Detmold/Herford, Matitjahu Kellig, als selbstgefälligen und „freche[n] Juden-Funktionär“ bezeichnet hatte. (bnr.de berichtete)

Die Anklageschrift wegen verschiedener Beiträgen in unterschiedlichen Ausgaben der Zeitung „N.S. Heute“ – Volltitel: „Nationaler Sozialismus Heute“ – richtet sich laut Rundschreiben der Herausgeber gegen Krolzig. Angesichts dessen ist das Online-Portal und der -Shop in der bisherigen Form offline geschaltet worden. Gleichgesinnte Versandhändler warnt man davor, bestimmte Ausgaben noch anzubieten. Zudem soll die für diesen Monat noch geplante neue Ausgabe vorerst nicht erscheinen.

Laut Rundschreiben von „N.S. Heute“ werden in der Anklageschrift gegen Krolzig „zig verschiedene Volksverhetzungs- und Propagandadelikte wegen Artikeln in älteren Ausgaben […] angeklagt“. Anwälte seien schon eingeschaltet und man wolle Beschwerde gegen die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Dortmund einlegen. Einer Schuld ist man sich offenbar nicht bewusst. Weiter heißt es in dem bnr.de vorliegenden Rundschreiben, alle vorherigen Ausgaben seien zwecks Abwendung von Ermittlungen immer sorgfältig vorab geprüft worden.

Krolzigs Zeitung hatte erst an diesem Wochenende ein Leser- und Autorentreffen abgehalten. (bnr.de berichtete) (mik)