Neonazi-Blatt im Visier der Justiz

12.11.2019 -

Dortmund – Die Ermittlungen gegen „N.S. Heute“ richten sich offenbar auch gegen Autoren und Interviewpartner des braunen Zeitungsprojektes.

Auch Gesprächspartner und Autoren von „N.S. Heute“ werden in der Anklageschrift genannt; Photo (Archiv): Otto Belina

Anfang November war bekannt geworden, dass sich eine Anklageschrift gegen den Herausgeber von „N.S. Heute“, Sascha Krolzig, richten soll. Der Vorsitzende der Neonazi-Kleinstpartei „Die Rechte“ (DR) fungiert als „Schriftleiter“ der Zeitung. Daraufhin stellte „N.S. Heute“ – Volltitel: „Nationaler Sozialismus Heute“ vorerst seinen Online-Versandhandel ein und rief andere Händler dazu auf, auch keine Hefte mehr anzubieten. (bnr.de berichtete)

Laut Rundschreiben von „N.S. Heute“ werden in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Dortmund gegen Krolzig „zig verschiedene Volksverhetzungs- und Propagandadelikte wegen Artikeln in älteren Ausgaben […] angeklagt“. Unterdessen hat eine der DR und Krolzig nahestehende Internet-Seite aus Dortmund einen ausführlichen Beitrag über die „juristisch willkürliche Anklageschrift“ und den „Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit“ publiziert. Angedeutet wird dabei, dass die Staatsanwaltschaft „N.S. Heute“ wohl nicht vordergründig als Presseorgan ansieht, sondern zumindest teilweise als Strategieorgan und Propagandaschrift mit einer Teilnähe zur NSDAP.

Auch rechtsextremer Musiker genannt

Neben Krolzig, heißt es in dem Bericht auf der Szene-Seite, seien auch Gesprächspartner und Autoren von „N.S. Heute“ in der Anklageschrift als „gesondert verfolgt“ aufgeführt. Der Versandhändler, rechtsextreme Medienaktivist und Musiker der Band „Stahlgewitter“, Frank Kraemer, werde ebenso in der Anklageschrift genannt, wie auch der neonazistische HipHopper „Makss Damage“ (Julian F.) und die Autorin Angelika Willig.

Möglicherweise wartet die Staatsanwaltschaft diesbezüglich jedoch vorerst den weiteren Verlauf des Verfahrens ab. Kraemer teilte etwa am 8. November über einen seiner Socialmedia-Kanäle mit: „So, so es wird also gegen mich ermittelt. Na da bin ich aber mal gespannt was man sich da aus den Fingern gesogen hat.“ (mik)