Lange Haftstrafen für Drogennazis gefordert

15.02.2019 -

Aachen – In dem Prozess gegen Rechtsextremisten, die von Aachen aus einen Drogenhandel betrieben haben sollen, hat der Staatsanwalt am Freitag unterschiedliche lange Gefängnisstrafen gefordert.

Nach dem Willen des Staatsanwalts sollen die Angeklagten ins Gefängnis; Photo (Symbol): Thoben Wengert / pixelio.de

Vorgeworfen worden war ursprünglich fünf Rechtsextremisten, dass sie bandenmäßig über das Darknet mit Drogen gehandelt haben und diese anonym per Post verschickt haben sollen. Der Prozess hat im Februar 2018 begonnen und sich aus unterschiedlichen Gründen verzögert. Es hat sich zwischenzeitlich herausgestellt, dass sich manche Vorwürfe aus der Anklageschrift (bnr.de berichtete) nicht oder nur teilweise bestätigt haben.

Die Staatsanwaltschaft forderte an diesem Freitag im Plädoyer für den geständigen Haupttäter Karl M. wegen bandenmäßigen Drogenhandels eine Haftstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten. Karl M. war zum Zeitpunkt seiner Festnahme Mitte 2017 Aktivist der „Identitären Bewegung“ (IB). Für seinen Bruder Timm M., seinerzeit Kopf des Aachener Verbandes der Splitterpartei „Die Rechte“ (DR) sowie in der Neonazi-Gruppe „Syndikat 52“ (S52) engagiert, forderte der Staatsanwaltschaft wegen Mittäterschaft sechs Jahre Haft. Für Sebastian L., ebenso bis Mitte 2017 im Umfeld von S52 und der DR aktiv, plädierte der Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zum Drogenhandel auf eine Haftstrafe von zwei Jahren.

Urteil für Anfang März erwartet

Anfang Dezember 2018 waren zwei von zuerst fünf Angeklagten freigesprochen worden. (bnr.de berichtete) Ein Urteil gegen die drei jetzt noch Angeklagten wird nach dann 13 Monaten Prozessdauer für Anfang März erwartet. Die drei Rechtsextremisten sind zuvor schon durch verschiedene Delikte strafrechtlich aufgefallen, darunter auch Drogenvergehen. Der Staatsanwalt plädierte daher darauf, die Haftstrafen nicht zur Bewährung auszusetzen. Von den Brüdern, die gemeinsam mit einem noch unbekannten Mittäter aus den Niederlanden den illegalen Handel betrieben haben sollen, solle zudem das mutmaßlich erwirtschaftete Drogengeld von 260.000 Euro eingezogen werden. (mik)