Knast für britischen Neonazi

14.06.2019 -

Ein britischer Neonazi, der eine Labour-Abgeordnete ermorden wollte, wurde von einem Gericht zu einer lebenslangen Haft verurteilt.

Lebenslang für britischen Neonazi; Photo (Symbol): Peter Reinäcker / Pixelio

Der 23-jährige Neonazi Jack Renshaw aus Skelmersdale (Grafschaft Lancashire) muss mindestens 20 Jahre im Gefängnis verbringen. Das Gericht, der High Court of England and Wales, sah es als erwiesen an, dass Renshaw die Labour Parlamentsabgeordnete Rosie Cooper mit einer Machete ermorden wollte und Morddrohungen gegen die Polizeioffizierin Det Con Victoria Henderson ausgesprochen hatte.

Mit dem geplanten Mord an der Labour-Abgeordneten wollte Renshaw den Mord an der Labour-Politikerin Jo Cox am 16. Juni 2016 in ihrem nordenglischen Wahlkreis nachmachen. Cox hatte vor dem Brexit-Referendum leidenschaftlich für den Verbleib Großbritanniens in der EU gekämpft. Der Neonazi Thomas Mair gab mehrere Schüsse auf Cox ab und stach auf sie ein. Mair rief bei dem Angriff „Britain First“ (Britannien zuerst“).

Mitglied bei verbotener Neonazi-Gruppe

Renshaw war Mitglied der 2013 gegründeten, 2016 verbotenen, Neonazi-Untergrundgruppe „National Action. „National Action“ ist die erste Neonazi-Gruppe, die in England seit 1945 verboten wurde.

In rechtsextremen Kreisen ist Renshaw als militanter Antisemit bekannt. In Reden hatte er die „Ausrottung“ der Juden gefordert. Diese seien „Parasiten“ und „Ungeziefer“. Großbritannien habe im Zweiten Weltkrieg die falsche Seite vertreten, da die Nazis „dazu da waren, das Judentum ein für alle Mal aus Europa zu entfernen“, so Renshaw. Im Juni 2018 war der Neonazi bereits zu einer 16-monatigen Haftstrafe verurteilt worden, da er sich in sexueller Absicht in vier Fällen an minderjährige Jungen herangemacht hatte. 2014 hatte Renshaw in seiner Eigenschaft als Jugendführer der rechtsextremen British National Party (BNP) offiziell beklagt, dass Homosexuelle „britische Familien zerstören“. (am)