Kampfsport bei Neonazi-Kameradschaft

Von Horst Freires
21.01.2020 -

Die Neonazi-Kameradschaft „Nationale Sozialisten Rostock“ (NSR), die sich in sozialen Netzwerken auch als „Aktionsblog“ bezeichnet, lädt für den 26. Januar im Raum Güstrow zu einem Kampfsporttraining ein. Ein genauer Ort wird nicht beworben.

Martialisches Training am Wochenende; (Screenshot)

Dabei ist von einem ersten offenen Training die Rede – soll heißen, dass weitere Aktivitäten dieser Art folgen sollen. Die „Nationalen Sozialisten Rostock“ (NSR) verfügen nach eigenen Angaben seit Januar 2019 über eine Untergruppierung mit dem Namen „Baltik Korps“. Auch mit einem eigenen Logo wird posiert, dabei oft mit Sturmhauben maskiert. Im vergangenen Jahr hatte man sich Ende April sowie am 20. Juli im Neonazi-Treffpunkt „Thinghaus“ von Sven Krüger in Grevesmühlen zu Meetings mit geringer Teilnehmerzahl eingefunden. Auffällig ist, dass viele Beiträge der Gruppierung in teils archaisch martialischer Sprache von der notwendigen Stählung eines gesunden Körpers handeln und voller Pathos die Reinrassigkeit hervorheben.

Kameradschaft hat Anhänger über Rostock hinaus

Diese propagierte Fitness beherzigt beispielsweise auch David M. aus Güstrow, der bereits bei zwei Veranstaltungen 2017 und 2018 der Kampfsportreihe „Kampf der Nibelungen“ (KDN) im Ring anzutreffen war und auch beim Kampfsport-Event von „Tiwaz“ 2018 mitwirkte.  Der Start beim geplanten KDN-Großevent am 12. Oktober 2019 im sächsischen Ostritz fiel dann allerdings nach behördlicher Verbotsverfügung und der kurzfristigen Absage durch die Organisatoren um Alexander Deptolla ins Wasser. Zuvor wurde die Veranstaltung noch seitens der NSR beworben.

Bei der NSR-Kameradschaft, die mit einer Solidaritätsbekundung für die Gesinnungsgenossen der militanten ukrainischen „Asow“-Bewegung aufgefallen ist, handelt es sich um einen Zusammenschluss, der weit über die Stadtgrenzen Rostocks hinaus Anhänger hat. Im Nachhinein öffentlichkeitswirksam publik gemachte Umweltaktionen gehören ebenso zum Programm wie der Besuch von Zeitzeugenvorträgen altbetagter Wehrmachtsvertreter. Im Vorjahr waren NSR-Aktivisten auch regelmäßig bei AfD-Demonstrationen in Rostock anzutreffen.