JN-„Europatagung“ mit Udo Voigt

Von Theo Schneider
14.02.2019 -

Für Anfang März plant die Berliner NPD-Jugend eine „Europatagung“ in Berlin. Am Abend sollen zwei rechte Liedermacher auftreten.

Auftakt zum Europawahlkampf der NPD?; @ Th.S.

Nach einer längeren Phase überwiegender Inaktivität versuchen die Berliner NPD- und JN-Strukturen Anfang März eine größere Veranstaltung auszurichten. Für den 2. März ist eine „Europatagung“ der Parteijugend „Junge Nationalisten“ (JN) in Berlin angekündigt. Mutmaßlich in der Bundesparteizentrale in der Seelenbinderstraße im Berliner Ortsteil Köpenick soll das Treffen stattfinden, bei dem sich die Neonazis über ihre Zukunftsvorstellungen von Europa austauschen wollen. Der genaue Ort wird geheim gehalten, Interessenten sollen sich über den Messengerdienst „Threema“ oder „beim Führungsaktivisten eures Vertrauens“ erkundigen.

Als Referenten sind der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt, derzeit noch Mitglied des Europäischen Parlaments, der stellvertretende NPD-Vorsitzende Ronny Zasowk sowie der sächsische JN-Landesvorsitzende Maik Müller, der als „Leiter des Bundesarbeitskreis Europa der JN“ betitelt wird, angekündigt. Zudem seien Infoständen vom NPD-Materialdienst und der JN sowie der neonazistischen HNG-Nachfolgestruktur „Gefangenenhilfe Freundeskreis“ geplant.

Auftakt für den Europawahlkampf

Das Setting deutet darauf hin, dass die Veranstaltung auch als Auftakt für den anstehenden Europawahlkampf fungieren könnte. Sowohl Voigt als auch Zasowk wurden Mitte November letzten Jahres in Büdingen zu den Spitzenkandidaten der NPD zur Europawahl gekürt. (bnr.de berichtete im Vorfeld) Ob die NPD ihren einzelnen Sitz im EU-Parlament allerdings halten können wird, erscheint angesichts der vergangenen Wahldebakel, bei dem die Partei nicht einmal mehr genug Stimmen für die Wahlkampfkostenrückerstattung bekam, unwahrscheinlich.

Laut der Online verbreiteten Ankündigung soll es zudem ein „Abschluss mit zwei Liedermachern“ geben. Dabei dürfte es sich um Maik Krüger, der als „FreilichFrei“ auftritt, sowie um Martin B. von den Rechtsrock-Bands „Sleipnir“ und „Sturmwehr“ handeln, deren Auftritt für den gleichen Abend separat als „Kneipenabend mit Livemusik“ in der Hauptstadt beworben wird.

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