„Identitäre Ideen“-Konferenz

Von Horst Freires
16.02.2017 -

Die Neue Rechte setzt eine Tagungsreihe fort und lädt unter dem Motto „Auferstanden aus Ruinen“ für den 25. Februar nach Stockholm ein.

Der international ausgerichtete Verlag Arktos lädt zur Konferenz nach Stockholm ein; (Screenshot)

Die einen werden auf der Straße immer radikaler wie etwa die „Nordische Widerstandsbewegung“ (NMR), die anderen sind die intellektuellen Stichwortgeber für wachsenden Rassismus und ethnokulturell hergeleiteten Nationalismus in Schweden. Letztere wollen vom europaweiten Rechtsruck profitieren und nicht zuletzt vom aktuellen Aufschwung der sich so bezeichnenden „Identitären“.

Die Neue Rechte setzt eine Tagungsreihe fort und lädt für Samstag, 25. Februar, nach Stockholm ein. Als Veranstalter fungiert dabei der international ausgerichtete Verlag Arktos. Die Zusammenkunft unter dem Titel „Identitarian Ideas“ und dem Motto „Auferstanden aus Ruinen“ geht dabei in ihre neunte Auflage. Wie in den vergangenen Jahren wird die genaue Tagungsstätte den Teilnehmern erst unmittelbar vor Beginn mitgeteilt, die dafür auch bei ihrer Anmeldung ihre Handynummer angeben müssen.

Unter den angekündigten Referenten sind mit Fredrik Hagberg und Alexander Syding auch zwei Leitfiguren der „Identitären Bewegung“ Schwedens. Ebenfalls genannt wird Dan Eriksson, der Kopf von „Europa Terra Nostra“, eines seit Mitte 2015 arbeitenden Vereins, der als parteinahe Stiftung des EU-Rechtsaußen-Bündnisses „Alliance for Peace and Freedom“ (APF) agiert. John B. Morgan und Daniel Friberg repräsentieren Arktos und sind auch bei anderen rechtsgerichteten Internet-Projekten aktiv. Mit Constantin von Hoffmeister wird ein deutscher Gast beworben, der in der rechten Szene als Islam-Gegner bekannt ist, aber wegen seiner Pro-Israel-Haltung auch selbst viele Kritiker hat.

Internationale Referenten und Besucher

Bereits bei den vorhergehenden Tagungen waren internationale Referenten und Besucher mit von der Partie. So tauchten als Redner beispielsweise Manuel Ochsenreiter, Chefredakteur der in der Nähe von Kiel herausgegebenen extrem rechten Monatszeitschrift „Zuerst!“, und die beiden österreichischen „Identitären“-Anhänger Markus Willinger sowie Alexander Markovics auf. Auch der Rassentheoretiker Tomislav Sunic, den die Neonazi-Partei „Die Rechte“ in Bayern im vergangenen September eingeladen hatte, der französische Publizist der Neuen Rechten, Guillaume Faye, und der antiliberale russische Rechtsintellektuelle Alexander Dugin waren in den letzten Jahren in Stockholm zugange.

Aktuell hatte Arktos angekündigt, einige Werke von Dugin zu übersetzen und dann zu veröffentlichen. Dazu wurde ein Fundraising-Spendenaufruf propagiert, der allerdings scheiterte. Und überhaupt: Die sich so scheinbar professionell gebenden Veranstalter heimsen nicht nur Lob ein. Ein Teilnehmer der Vorjahrestagung beklagte sich beispielsweise darüber, dass wegen technischer Unzulänglichkeiten die Konferenz erst mit zweieinhalbstündiger Verspätung starten konnte.

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