Hooligan-Spektakel vor der Wahl

19.07.2017 -

Nach dem Verbot eines Aufmarsches im niederländischen Enschede nahe der Grenze zu Deutschland soll Mitte September dort erneut eine „Pegida“- und „HoGeSa“-ähnliche Aktion stattfinden.

Pegidisten, Hooligans und Rechtsextreme wieder gemeinsam in Enschede; (Screenshot)

Anlass für das Verbot am 18. Juni war auch die Ankündigung eines Auftritts der rechtsextremen Hooligan-Band „Kategorie C“ (KC) aus Bremen. (bnr.de berichtete) Der Hauptorganisator, der in Deutschland lebende Niederländer Edwin Wagensveld, hatte seinerzeit über die Medien angekündigt, für den 6. August plane er eine neue Aktion in Enschede. (bnr.de berichtete)

Wagensveld, trotz seines Wohnsitzes in Deutschland zugleich laut niederländischer Behörden Kopf von „Pegida Nederland“, kündigt unterdessen an, dass der neue Aufmarsch erst am 17. September stattfinden werde. „Eine Woche vor der Wahl“ in Deutschland wolle man „nochmal ein deutliches Statement machen, mit vielen Gleichgesinnten“, teilte der in der Szene „Ed der Holländer“ respektive „Ed aus Utrecht“ genannte Mann über die sozialen Medien mit.

Unterstützung und Redner von „Thügida“

Laut Wagensveld werde er als Redner fungieren, ebenso wie die führende Vertreterin der rechtsextremen Organisation „Britain First“, Jayda Fransen, sowie Alexander Kurth von „Thügida“. Der Ex-NPD-Kader Kurth war laut Landesverfassungsschutz Sachsen von Herbst 2015 bis Ende 2016 sächsischer Landeschef der neonazistischen Splitterpartei „Die Rechte“ (DR). Weitere Redner sollen später bekannt gegeben werden, ein Auftritt von „Kategorie C“ wird erneut von Wagensveld und der Band („Gratis Balladenshow“) beworben.

Ähnlich wie beim ersten Versuch soll „Pegida Nederland“ als Hauptorganisator fungieren. Als Unterstützer fungieren laut Wagensveld „Fortress Europe“, die „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa), „Thügida“, „Wir für Deutschland“ (WfD) und der „Pegida“-Ableger aus dem Westerwald „Bekenntnis zu Deutschland“ (BzD). Ähnlich wie beim ersten Versuch dürfte also der Aufmarsch in der Grenzstadt wieder maßgeblich durch deutsche Rechtsextremisten geprägt sein. (bnr.de berichtete) (mik)

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