Geschichtsrevisionistischer Reigen

08.10.2019 -

Guthmannshausen –  In den Räumlichkeiten des extrem rechten Vereins „Gedächtnisstätte e.V.“ findet am 19. und 20. Oktober wieder ein „Kulturangebot“ statt.

Wieder Vortragswochenende im thüringischen Guthmannshausen; Photo (Symbol): bnr.de

Der vom Verfassungsschutz beobachtete Verein „Gedächtnisstätte e.V.“ setzt in seinem Domizil im thüringischen Guthmannshausen (Landkreis Sömmerda) seine Kulturreihe fort. Am Wochenende vom 19. zum 20. Oktober sind bei den Geschichtsrevisionisten wieder mehrere Vorträge geplant.

Auf der Liste der Referenten steht unter anderem der in Niedersachsen heimische Gerd-Uwe Dahlmann (Jahrgang 1942), seit 2009 Bundesvorsitzender der 1993 gegründeten Deutschen Partei. Durch zwielichtige Zusammenarbeit mit Republikanern, DVU und deren Abspaltung Freiheitliche Deutsche Volkspartei sowie angeblichen Kontakten in die NPD hinein stand diese bis zum Jahr 2007 auf dem Radar des Verfassungsschutzes. Der Ingenieur will zum Thema „CO2 – Klimakiller oder Lebensspender“ sprechen.

Außerdem einer der Vortragenden und nicht zum ersten Mal in Guthmannshausen ist Matthias Köpke, ein Anhänger des völkisch und antisemitisch ausgerichteten „Bundes für Gotterkenntnis“, allgemein bekannter als „Ludendorffer“. Er soll reden zur Frage „Sind Volkstum und Christentum unüberbrückbare Gegensätze?“.

Für den 12. Oktober wird zudem noch ein Zeitzeugenvotrag unter dem Titel „Drama Kriegsende“ beworben. Dafür ist ein nicht namentlich genannter 95-jähriger Kriegsteilnehmer angekündigt, der als ausgebildeter Jagdflieger im letzten Kriegsjahr 1945 zur Infanterie wechselte und in Bayern gegen US-Truppen kämpfte. Nach dem „Erlebnisbericht“ soll es noch ein geselliges Beisammensein mit Musik geben. (hf)