Gegenwind für Rechtsaußen-Rap

Von Horst Freires
12.02.2019 -

Die Rapper „Komplott“ und „Bloody 32“ waren im März für einen Auftritt in Cottbus angekündigt. Jetzt gab es wohl eine Absage.

Konzertauftritt von rechten Rappern offenbar gescheitert; (Screenshot)

Eine für den 9. März ausgeguckte Konzert-Location in Cottbus, bekannt als beliebte Party-Location, soll zwei Sängern nun eine Absage erteilt haben, auch wenn dies selbst noch nicht offen kommuniziert wird. Was aus dem Konzerttermin wird, ob eventuell ein Ersatzort aufgetan wird, bleibt somit abzuwarten.

Bei den „Identitären“ angesagt

Der Hip-Hop ist seit geraumer Zeit auch im Musik-Portfolio der rechten Szene angekommen. Bekanntester Vertreter aus dieser Gattung dürfte Julian Fritsch aus Gütersloh sein, der sich selbst „MaKss Damage“ nennt. Um ihn ist es allerdings außer der Veröffentlichung einer neuen EP im vergangenen Jahr ziemlich ruhig geworden. Er schwadroniert beispielsweise von Überfremdung, „Kanakenterror“ und „Facebookjuden“.

Andere Vertreter aus der Zunft machen sich dagegen umso deutlicher bemerkbar. Dazu gehört Burschenschaftler Patrick Uli Bass aus Marburg, der sich „Komplott“ nennt. Mit seinen Texten über die Bedrohung des kulturellen Erbes ist er gerade besonders bei der „Identitären Bewegung“ angesagt. Diese hatte ihn zuletzt am 9. Februar für ein Konzert ins österreichische Linz eingeladen. (bnr.de berichtete) Jetzt wurde ein Auftritt von ihm in Cottbus beworben. Demnach sollte er am 9. März in der Nähe der Brandenburgischen Technischen Universität auftreten.

Hooligan-Alltag im Songrepertoire

Als zweiter Act des Abends war zudem der in seinen Texten nicht minder rechts anzusiedelnde „Bloody 32“ vorgesehen, der die Veranstaltung auch selbst via Facebook angekündigt hatte. Für ihn wäre es quasi ein „Heimspiel“, kommt er doch aus Cottbus. Er hat in der Vergangenheit immer wieder Sympathien für die Pegida-vergleichbare Initiative „Zukunft Heimat“ erkennen lassen, zuletzt auch für einen Aufzug von Aktivisten der „Identitären Bewegung“ gegen den UN-Migrationspakt. Außerdem weiß er offenbar rechtslastige Fankreise des Fußballdrittligisten „Energie Cottbus“ hinter sich. Hooligan-Alltag gehört jedenfalls zu seinem Songrepertoire. In seinem Songtext „Staatsfeind“ heißt es: „Das mit Demokratie, das ist alles nur Schein…“ Und der Mittzwanziger singt in seinem neuen Lied „Europa fällt“: „Herzlich willkommen in der Demokratie, wo du weggesperrt wirst, wenn du anders denkst als sie.“ Zu seinen Anhängern zählen unter anderem der Kopf der „Identitären Bewegung“ in Österreich Martin Sellner und der ebenfalls als rechter Rapper aktive Christoph Zloch aus dem oberbayerischen Ebersberg, musikalisch unterwegs als „Chris Ares“.

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