„Flak“ und „Rommel“ bei B&H-Ritual in Bulgarien

Von Horst Freires
13.11.2017 -

Ende November veranstaltet die bulgarische „Blood&Honour“-Sektion in Plovdiv einen Fackelmarsch sowie zwei Rechtsrock-Konzerte an zwei aufeinander folgenden Tagen an – gelistet dafür sind auch deutsche Musiker.

„Flak“ bei „Blood&Honour“ in Bulgarien; (Screenshot)

Es gibt in der bulgarischen Neonazi-Szene zwei seit vielen Jahren regelmäßig zelebrierte Ritualtermine: Zum einen den seit 2003 stattfindenden so genannten Lukov-Marsch im Februar in Sofia, der den früheren Nationalistenführer und mit Hitler kollaborierenden Hristo Lukov (1887-1943) huldigt, zum anderen einen Fackelmarsch in Plovdiv „gegen das Diktat von Neuilly“ (Friedensvertrag nach dem Ersten Weltkrieg 1919). In Plovdiv ist die „Blood&Honour“-Sektion Bulgarien für die Veranstaltung verantwortlich und verknüpft die Zusammenkunft stets mit einem Musikevent. So wird es dieses Jahr gleich zwei Konzerte geben, zunächst am 24. November und dann nach besagtem Marsch am 25. November.

Zunächst wird ein Konzert von Flak-Solist Philipp „Phil“ Neumann (Bonn) sowie dem sächsischen Liedermacher „Rommel“ angekündigt. Am Folgetag sollen dann vier Bands aufspielen, darunter „Flak“. Außerdem werden die seit 20 Jahren aktiven „Whitelaw“ aus dem britischen Nottingham, „Copy Rinka“ aus Bulgarien und die bislang noch nicht in Erscheinung getretene Combo „Weiße Revolutionäre“ beworben.

Zuletzt spielte Philipp Neumann bei einer internationalen Neonazi-Zusammenkunft am 4. November in Schwerte, zu der nach Veranstalterangaben rund 150 Teilnehmer angereist waren. Eingeladen hatte die braune Kleinpartei „Die Rechte“ dabei zum Kongress „Gemeinsam für Europa“. Zugegen waren laut einem Bericht der Gastgeber auch Vertreter vom rassistischen „Bulgarischen Nationalbund“. Zu denen pflegen Dortmunder Neonazis seit einigen Jahren mit regelmäßigen Besuchen und Gegenbesuchen freundschaftliche Kontakte.

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