Flüchtlingsheim mehrfach attackiert

Von Sebastian Lipp
16.04.2018 -

Nach einer Anschlagsserie auf eine Asylbewerberunterkunft in Nußdorf wurden zwei junge Männer aus dem Landkreis Rosenheim festgenommen. Sie gelten als dringend tatverdächtig.

Bei Durchsuchungen hat die Polizei mehrere illegale Waffen, Munition und einschlägiges Propagandamaterial sichergestellt; Photo (Symbol): Peter Hebgen / pixelio.de

Mehrere illegale Waffen, Munition und einschlägiges Propagandamaterial fand die Polizei vor wenigen Tagen bei Durchsuchungen in drei Wohnungen in Bayern. Diverse sichergestellte Beweismittel sprechen dafür, dass zwei Männer im Alter von 23 und 20 Jahren aus dem Landkreis Rosenheim für eine Anschlagsserie auf eine Asylsuchendenunterkunft in Nußdorf verantwortlich sind. Das teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Freitag mit. Beide seien festgenommen worden und säßen inzwischen in Untersuchungshaft. Der Ältere habe bei seiner Vernehmung die Täterschaft die beiden an dem Brandanschlag und den anderen Delikten vollumfänglich eingeräumt.

In der Nacht auf Ostermontag zündete ein Knallkörper vor einer Unterkunft für Asylsuchende in Nußdorf am Inn. Bereits am 17. März wurde ein Anschlag mit einem selbstgebauten Brandsatz auf das Gebäude verübt. Am 3. Februar wurde ein Hakenkreuz an eine von der Straße abgewandte Fassade des Gebäudes geschmiert. (bnr.de berichtete) Auch „vorangegangene kleinere Sachbeschädigungen“ hätten mit den aktuellen Fällen in Verbindung gebracht werden können, schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung zu den Festnahmen.

Fremdenfeindlicher Hintergrund

Weil von Anfang an ein fremdenfeindlicher Hintergrund anzunehmen war, sei beim für Staatsschutzdelikte zuständigen Kommissariat K5 der Kripo Rosenheim die Ermittlungsgruppe „Steinbach“ eingerichtet worden, erklärt das Polizeipräsidium. Seitdem hätten sich Staatsschutzbeamte, Spurensicherungsspezialisten der Kripo und ein Polizist der örtlich zuständigen Polizeiinspektion Brannenburg mit der Klärung des Falles beschäftigt. Insgesamt seien 36 „Spurenkomplexe“ abgearbeitet zahlreiche Zeugen und Anwohner befragt und überörtliche Polizeidienststellen mit einbezogen worden. Auch Profiler der Operativen Fallanalyse (OFA) Bayern hätten die sechs Ermittler der EG unterstützt. Dabei gerieten die beiden Männer in den Fokus von Staatsanwaltschaft und Kripo.

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