Feierlaune mit rechtem Streetpunk

Von Horst Freires
17.07.2018 -

Am Freitag und Samstag dieser Woche findet an nicht genauer bezeichnetem Ort ein „Oi!-Punk“-Festival mit acht Bands statt.  

Angeblich unpolitisches Streetpunk-Festival?; (Screenshot)

Die rechte Streetpunk-Szene gibt sich am 20. und 21. Juli beim Festival „Oi! The new (old) breed“ ein Stelldichein. Es ist bereits die dritte Auflage der Festivalreihe, deren Treffen im vergangenen Jahr nach Veranstalterangaben in Leipzig stattfand. Diesmal ist keinerlei Ortsbezeichnung genannt.

Für diese „Oi!-Punk“-Zusammenkunft am 20. und 21. Juli gilt: All die Bands sind keine ausgewiesenen Rechtsrock-Vorzeigebands, doch sie lehnen es auch nicht ab, wenn RAC-Vertreter („Rock Against Communism“) beteiligt sind. Das international zusammengestellte Meeting wurde bereits langfristig vorbereitet. Schon Ende des Vorjahres tauchten erste Terminhinweise und Band-Ankündigungen auf. Von den ursprünglich annoncierten Combos mussten „Queensbury Rules“ aus Großbritannien allerdings wieder absagen, da man sich nach internen Unstimmigkeiten zunächst auf unbestimmte Zeit aufgelöst habe, wie die Musiker mitteilten. Mit „Pressure 28“ ist allerdings eine weitere britische Band mit von der Partie, die nach eigener Bekundung in diesem Jahr lediglich vier Live-Auftritte vorgesehen hat. Einer davon fand am 16. Juni in der Tschechischen Republik statt. Dort auch genau wie beim vorgesehenen zweitägigen Festival „Oi! The new (old) breed“ mit auf der Bühne: „Shameless“ aus Frankreich.

Im Juni bei „Kraftschlag“ musiziert

Zum bevorstehenden Line-Up an dem Wochenende zählt neben den in Schweden beheimateten „Battle Scarred“ die Band „Schusterjungs“ aus Weißenfels. Deren Bassist Stefan L., bekannter unter seinem Spitznamen „Klatscher“, musizierte zuletzt bei den von der NPD verantworteten „Tagen der Nationalen Bewegung“ Anfang Juni im thüringischen Themar, wo er bei der Rechtsrock-Band „Kraftschlag“ den Tieftöner zupfte. Auch seine RAC-Tätowierung passt eigentlich so gar nicht in das Bild vieler rechtsoffener Streetpunk-Bands, die stets von sich behaupten, sie seien völlig unpolitisch.

Von angeblich politisch nicht interessiert kann zumindest auch bei „Combat BC“ aus Köln keine Rede sein, wird ihr noch anstehender Auftritt am 29. September in Belgien zusammen mit anderen Bands doch sogar vom internationalen „Blood&Honour“-Netzwerk propagiert. Wie sie es denn mit politisch eindeutig rechts orientierten Bands halten? Dazu sollten beim Streetpunk-Festival somit „Mummy's Darlings“ aus München, die aus Dresden kommende Band „Roials“ sowie das Quartett „Oi-Banausen“ eine Haltung einnehmen.

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